Fraport bleibt gelassen: „Wir können den Streik wochenlang aushalten“

Fraport bleibt gelassen
„Wir können den Streik wochenlang aushalten“

Der Streik am Frankfurter Flughafen wird zur Hängepartie. Betreiber Fraport will den Streik aussitzen, die Gewerkschaft gibt sich entschlossen. Aus der Politik kommen erste Forderungen, das Streikrecht einzuschränken.
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Düsseldorf/BerlinAm vierten Tag des Streiks der Vorfeldmitarbeiter am Frankfurter Flughafen bleibt die Lage verzwickt. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat den Streik bis Freitagabend (23 Uhr) ausgeweitet. Doch der Flughafenbetreiber Fraport reagiert gelassen, will die GdF anscheinend vor die Wand laufen lassen. Die Arbeitskampfmaßnahmen scheinen zu verpuffen. Von Tag zu Tag fallen immer weniger Flüge aus, am Dienstag wurden lediglich knapp 200 von 1200 Verbindungen gestrichen. Am Montag waren es noch 240 von 1271. Fraport scheint immer besser vorbereitet.

„Wir können den Streik auch noch wochenlang aushalten“, sagte Personalvorstand Herbert Mai. Und so sieht der Flughafenbetreiber keinen Grund, sich bei der GdF zu melden. „Ich warte eigentlich nur auf einen Anruf von Herrn Mai“, sagt dagegen Gewerkschaftssprecher Matthias Maas im Gespräch mit Handelsblatt Online. Die GdF zeigt sich sogar erstmals kompromissbereit. Basis müsse zwar die Schlichterempfehlung sein, man könne aber „gerne an der einen oder anderen Stellschraube drehen“, sagte Maas. „Man muss ja wieder mal miteinander reden.“

Die GdF fordert Fraport weiterhin dazu auf, den Schlichterspruch des früheren Ersten Bürgermeisters von Hamburg, Ole von Beust, zu akzeptieren. Dieser sieht eine Laufzeit von vier Jahren und Steigerungen des Entgelts im ersten und dritten Jahr vor. Die GdF hatte den Schlichterspruch angenommen. In der Streikankündigung forderte die Gewerkschaft für das Vorfeldpersonal jedoch insgeheim eine Laufzeit von nur zwei Jahren. Außerdem sollten die Gehälter bereits im ersten Jahr um 100 Prozent der Gesamtsteigerung angehoben werden. Das sei lediglich „tariftaktisches Geplänkel“, sagte Maas. Denn Fraport fordert angeblich eine Laufzeit von sechs Jahren.

Auch beim Vergleich mit Tarifabschlüssen des Münchener Flughafens gibt es Unklarheiten. Die GdF hatte erklärt, in Frankfurt die Tarife für die Vorfeldkontrolleure, Vorfeldaufseher und Verkehrsplaner auf das Münchener Niveau bringen zu wollen. Ein Sprecher des Flughafens München sagte nun allerdings, dass der dortige Abschluss mit der GdF nur für die Vorfeldkontrolleure gelte. Die Berufsgruppen der Vorfeldaufseher und Verkehrsplaner seien nicht mitverhandelt worden. Das sei richtig, sagt Maas. Die Darstellung sei in den Medien manchmal „etwas verdreht“ gewesen, versucht der GdF-Sprecher den Widerspruch zu erklären. Fraport hatte die Forderung bei den Vorfeldkontrolleuren und -lotsen anerkannt, bei den anderen beiden Berufsgruppen jedoch Steigerungen von, nach eigener Aussage, bis zu 70 Prozent abgelehnt.

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  • Die Medien und deren Vasallen sind ja alle ganz Konzern-konform hier! Streikt weiter, die haben es nicht besser verdient! In diesem Land gibt es über 10 Millionen Menschen, die am Existenzminimum leben, obwohl sie jeden Tag arbeiten. Die fetten Bosse füllen sich die Taschen auf Kosten des Staates und der Steuerzahler mit ihren subventionierten 1-Eurojobbern und Leih- bzw. Zeitarbeitsfirmen. Jeder der diesen Zustand gut findet oder ignoriert, hat den Bezug zur Realität verloren. Nur weil die Menschen sich nicht aufmucken, heisst es nicht dass sie nicht existieren. Arbeiter müssen anständig bezahlt werden und zwar damit sie mit ihrem Lohn hier in Deutschland auskommen und nicht in Bangladesch! Der "Robin-Hood" Index lässt nichts gutes erwarten

  • es handelt sich um angelernte beziehungsweise ungelernte leute, die da auf einmal um die 80.000 euro verdienen "wollen". die gewerkschaft erpresst die fraport, nichts anderes. man sollte all diese irren rausschmeissen. das schöne ist, dass es ja sehr gut ohne diese größenwahnsinngen erpresser läuft :-)

  • Ach ja, was ist denn in den Vorratskammern? Oder speichern Sie nicht? Wollen wir mal ins Nikolaus Register schauen?

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