Fraport expandiert
Start nach China

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport plant, sich an weiteren Flughäfen im Ausland zu beteiligen. Mit Investitionen in China möchte das börsenorientierte Unternehmen von dem Luftverkehrsmarkt profitieren, der am schnellsten wächst.

FRANKFURT. "Nachdem wir im vergangenen Jahr bereits 24,5 Prozent der Anteile am Flughafen von Xian erworben haben, haben wir jetzt eine Absichtserklärung über eine zweite Flughafenbeteiligung in China unterzeichnet und eine dritte mit einem weiteren chinesischen Flughafen ist in Vorbereitung", sagte Fraport-Vorstandschef Wilhelm Bender dem Handelsblatt. Es handele sich um einen Airport der ersten Liga. Einen Namen nannte er noch nicht, weil mit dem Partner Stillschweigen vereinbart worden sei.

Fraport engagiert sich seit einigen Jahren im Ausland. Nach einem missglückten Start in Manila - die Flughafenbeteiligung musste 2001 nach einem Rechtsstreit für Millionen abgeschrieben werden - tragen die Flughafen-Beteiligungen inzwischen mehr als ein Fünftel zum Ergebnis bei.

Fraport ist dabei nicht stiller Teilhaber, sondern übernimmt die operative Leitung der Flughäfen. "Das Beteiligungsgeschäft ist für uns längst kein exotischer Bereich mehr", sagte der Fraport-Chef. Im vergangenen Jahr hätten sich gerade die Beteiligungen an den Flughäfen Lima und Antalya sehr erfolgreich entwickelt. Genaue Zahlen will Bender bei der Bilanzpräsentation am Montag nennen.

China ist der Luftverkehrsmarkt, der weltweit am schnellsten wächst. Die Zahl der Flugpassagiere stieg in der Volksrepublik im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf rund 185 Millionen. Um das nationale und internationale Flugaufkommen in den Griff zu kriegen, will die chinesische Zentralregierung bis zum Jahr 2020 rund 100 neue Flughäfen bauen lassen.

Um internationale Standards zu erreichen, sind die Chinesen dabei laut Bender daran interessiert "Flughafen-Know-how einzukaufen". Jenseits von China hat Bender Osteuropa und Indien im Blick. Auf dem Subkontinent ist Fraport bereits am Flughafen von Delhi beteiligt.

"Das Engagement im Ausland ist grundsätzlich zu begrüßen", sagt Analyst Ulrich Horstmann von der Bayern LB. Allerdings stünden den Wachstumschancen auch Risiken gegenüber wie durch die politischen und rechtlichen Unsicherheiten in den Ländern Asiens. Auch dürfte sich Fraport im Ausland nicht verzetteln.

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