Freie Fahrt für Aurelius
Kartellamt gibt grünes Licht für Berentzen-Übernahme

Das Beteiligungsunternehmen Aurelius geht auf Shoppingtour. Der jüngste Coup: die Übernahme der Schnapsbrennerei Berentzen. Doch auch andere Unternehmen stehen auf der Einkaufsliste der Münchener, nicht zuletzt Arques, börsennotierter Spirituosenrivale von Berentzen. Weitere Zukäufe im Jahresverlauf sind geplant.

HB HASELÜNNE. Die Kartellbehörden haben dem Münchener Beteiligungsunternehmen Aurelius grünes Licht für die Übernahme des Schnapsbrenners Berentzen und des Einkaufsenders RTL Shop gegeben. Aurelius zeigte sich zuversichtlich, das einstige Familienunternehmen Berentzen wieder in Schuss zu bringen. "Die Fokussierung auf die Kernmarken des Unternehmens werden wir konsequent verfolgen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass Berentzen 2009 wieder in die schwarzen Zahlen zurückkehren wird", erklärte Vorstand Gert Purkert.

75,1 Prozent der Berentzen-Stammaktien sollen an den Finanzinvestor gehen, über, 24,9 Prozent in Familienbesitz bleiben. Weitere 4,8 Millionen stimmrechtslose Vorzugsaktien werden weiter an der Börse gehandelt. Mit Wirkung vom 3. September haben auch die Aufsichtsräte Hans-Reinhard Abels, Felix Senge, Gregor Wiehl sowie der Vorsitzende Brun-Hagen Hennerkes ihre Ämter niedergelegt.

Zugleich gab Aurelius bekannt, dass seine Tochter GHotel zum 1. Oktober weitere Immobilien der Deutschen Post übernehmen werde. Mit zwei Appartementhäusern gebe die Post ihre letzen beiden Hotel-Häuser ab. Der Betreiber GHotel habe sich seit dem Kauf durch Aurelius vor zwei Jahren am Markt etabliert und werfe inzwischen Gewinn ab.

Aurelius hat Umsatz und Ergebnis in diesem Jahr stark steigern können, nicht zuletzt durch die Berentzen-Übernahme. Der Nettogewinn legte in den ersten sechs Monaten des Jahres um 58 Prozent auf 7,7 Millionen Euro zu, wie das Münchner Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz vervielfachte sich auf 299 Millionen Euro von gut 41 Millionen im Vorjahr. "Unsere Ziele für das Gesamtjahr haben wir damit bereits heute übertroffen", sagte Vorstandschef Dirk Markus. Aurelius rechnet nun mit einem Umsatz deutlich über einer Milliarde Euro und einem stark steigenden Überschuss.

Das auf Firmen in Umbruchsituationen und Randbereiche von großen Konzernen spezialisierte Unternehmen will im weiteren Jahresverlauf noch zwei bis vier Zukäufe tätigen und mindestens eine Beteiligung abstoßen. Finanzkreisen zufolge hat Aurelius auch ein Auge auf den ebenfalls börsennotierten Rivalen Arques aus Starnberg bei München geworfen. Aurelius strebt hier eine maßgebliche Beteiligung, eventuell sogar die Mehrheit an.

Pikant ist das Vorhaben wegen der Rolle von Aurelius-Chef Markus. Er war einer der Mitgründer von Arques und kennt die Starnberger gut. Er verließ Arques im Streit und baute Aurelius auf. Arques hatte lange nur Sanierungsfälle im Visier, die für einen symbolischen Preis erworben und dann wieder fitgemacht werden. Zuletzt wich das Management, das häufig wechselte, aber immer öfter davon ab und bewies mehrfach kein gutes Händchen. Nach dem Kurssturz der vergangenen Monate ist der Firmenkäufer nun selbst zu einem Übernahmekandidaten geworden.

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