Frenzel unter Beschuss
Tui vor gravierenden Einschnitten

Beim Reise- und Schifffahrtsriesen Tui geht es jetzt an die Substanz. An diesem Donnerstag will Tui-Chef Michael Frenzel dem Aufsichtsrat seine Pläne für die Zukunft vorlegen. Was er vor hat ist im Detail meist zwar noch nicht bekannt, eins steht aber jetzt schon fest.

HB HANNOVER. Den Gürtel noch enger schnallen, wird die Devise heißen. Die Kosten müssen runter und die Erträge rauf, hat Frenzel als Ziel ausgegeben und dafür der Belegschaft auch schon „gravierende Einschnitte“ in Aussicht gestellt. Noch mehr als für die Konzernzentrale in Hannover wird das voraussichtlich für die Töchter in Frankreich und Großbritannien gelten. Aber insgesamt dürfte kaum einer unberührt bleiben von den anstehenden Veränderungen.

Die Unruhe im Konzern ist groß und die Spekulationen um das Unternehmen und seine Führung treiben seit Wochen wilde Blüten. Frenzel ist bereits seit der Hauptversammlung im Mai unter Beschuss von Finanzinvestoren, die eine Aufspaltung in die Segmente Reise und Schifffahrt fordern, weil sie so eine bessere Entwicklung erwarten als unter dem Dach der Holding. Dass zur Jahresmitte auch die Schifffahrt unerwartet in rote Zahlen geriet, hat die Situation noch verschärft. Die Reedereitochter Hapag Lloyd sollte eigentlich die Schwankungen im Reisesektor ausgleichen. Nun gibt es Mutmaßungen, dass der gesamte Konzern in die Verlustzone rutschen könnte.

„Frenzel braucht schnellen Erfolg“

„Frenzel braucht jetzt einen schnellen Erfolg“, sagt der Touristikexperte von der Fachhochschule Wernigerode, Karl Born, der früher selbst im Vorstand bei Europas größtem Reiseveranstalter saß. Der 59-jährige Konzernlenker steht mit dem Rücken zur Wand. Die Tourismus-Branche kriselt, die Urlaubsgewohnheiten haben sich geändert und die Geschäftsmodelle gelten als überholungsbedürftig.

Immer mehr Kunden stellen sich ihre Reise selbst im Internet zusammen. Mit der Pauschalreise - bisher wichtigstes Produkt der Tourismusindustrie - sind Wachstumsraten nicht mehr zu erzielen. Terror, Naturkatastrophen und Seuchen machen die Geschäfte zusätzlich unberechenbarer. Frenzel will dennoch bis 2008 das touristische Ergebnis des Konzerns gegenüber 2004 verdoppeln. Doch der Weg aus der Misere ist steinig.

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