Führungsstruktur
Haniel baut Vorstand um

Der Umbau im Konzernvorstand Haniels geht weiter. Den Vorstand des Duisburger Familienkonzerns wird nach Metro-Chef Eckhard Cordes auch Celesio-Chef Fritz Oesterle verlassen. In Zukunft sollen keine Entscheider aus Beteiligungen und Tochterfirmen mehr im höchsten Gremium sitzen.
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HB BERLIN. Das Familienunternehmen Haniel baut seine Führung um: Künftig soll kein operativer Vorstand der einzelnen Beteiligungen mehr im obersten Managementgremium des Duisburger Mischkonzerns sitzen. Neben Metro-Chef Eckhard Cordes verlässt zum Jahresende auch der Chef des Stuttgarter Pharmagroßhändlers Celesio, Fritz Oesterle, den Haniel-Vorstand. Damit sei "der Vorstand wieder ein rein funktionales Gremium, in dem keine Vorstände aus Unternehmensbereichen oder Beteiligungen vertreten sind", erklärte Haniel-Aufsichtsratschef Franz Haniel am Freitag.

Cordes war für seine Doppelfunktion als Chef der Metro und des Großaktionärs Haniel oft kritisiert worden. Anfang September hatte Haniel nach langer Suche den früheren Deutschland-Chef der Unternehmensberatung McKinsey, Jürgen Kluge, als Nachfolger von Cordes an der Haniel-Spitze präsentiert. Kluge soll den Posten zum 1. Januar antreten. Als künftiger Chef der Holding obliegt ihm die strategische und finanzielle Führung des Konzerns, zu dem neben Celesio und dem Metro-Anteil auch CWS-boco, ELG und Takkt zählen.

Im Haniel-Vorstand soll Kluge für Metro und Celesio sowie die Bereiche Konzernentwicklung, Personal, Kommunikation und Revision verantwortlich sein. Der Aufsichtsrat hat ihn zudem als neuen Arbeitsdirektor benannt. Klaus Trützschler soll sich künftig um das Rechnungswesen, Recht, Steuern sowie um die Tochter Takkt kümmern. Der von Celesio zu Haniel gewechselte Manager Stefan Meister verantwortet die Finanzen und kümmert sich um die Töchter CWS-boco sowie ELG.

Die Neuordnung des Vorstands bei Haniel verlief nicht ohne Reibereien. So war es bei Celesio im Zuge der Übernahme des brasilianischen Pharmahändlers Panpharma zu Unstimmigkeiten zwischen Oesterle und Meister gekommen. In den Medien hatte es geheißen, Meister habe Oesterle vorgeworfen, die Übernahme schlecht vorbereitet zu haben. Manche hatten von einem Machtkampf berichtet. Danach wurde der Wechsel von Meister zum Mutterkonzern angekündigt.

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