Fünf Fragen an Joachim Spill
„Sinnvolle Rolle in der Volkswirtschaft“

„Eine reine finanzwirtschaftliche Optimierung reicht für eine erfolgreiche Beteiligung heute längst nicht mehr aus. Private-Equity-Manager gehen heute weiter.“

Immer wieder schlagen Investments von Private-Equity-Firmen fehl. Wird die Bedeutung der Finanzinvestoren als Problemlöser überschätzt?
Nein. Natürlich gibt es immer mal wieder Fehlschläge. Aber wenn man sich etwa die europäischen Transaktionen ansieht, ist Private Equity im Saldo sehr erfolgreich. Das sieht man zum Beispiel an den Renditen, die durch die Bank sehr gut sind. Zudem erfüllen diese Investoren auch durchaus einige volkswirtschaftlich sehr sinnvolle Aufgaben.

Welche sind das?
Sie schaffen beziehungsweise sichern Arbeitsplätze. Natürlich – da sollten wir uns alle nichts vormachen – wird in vielen Fällen zunächst restrukturiert, es gehen Arbeitsplätze verloren. Aber Finanzinvestoren gehen heute über das reine „financial engineering“ hinaus. Es geht längst um die operative Optimierung, also die strategische Weiterentwicklung, Zukäufe und vieles mehr. Das ist das Ziel, und das schafft natürlich am Ende auch neue Arbeitsplätze.

Aber wie passt das mit der wachsenden Zahl von Übernahmen börsenotierter Firmen zusammen? Diese sind doch bereits gut gemanagt.
Das passt sehr gut zusammen. Natürlich heißt es immer, gerade die börsennotierten Unternehmen hätten in den letzten Jahren auch auf Druck der Investoren ihre Hausaufgaben gemacht. Doch das gilt nur zum Teil. Es gibt auch unter den öffentlichen Firmen zahlreiche, bei denen noch Optimierungbedarf existiert. Das liegt in vielen Fällen auch daran, dass gerade börsenotierte Firmen in der Öffentlichkeit stehen und deshalb harte Maßnahmen schwerer durchzusetzen sind.

Warum sollen ausgerechnet Finanzinvestoren solche Maßnahmen besser umsetzen können?
Eine reine finanzwirtschaftliche Optimierung reicht für eine erfolgreiche Beteiligung heute längst nicht mehr aus. Private-Equity-Manager gehen heute weiter. Sie beschäftigen sich intensiv mit der operativen Optimierung. Dazu zählen etwa effizientere Abläufe, aber auch Überlegungen, wie das bestehende Geschäft einer Beteiligung ausgebaut werden kann, etwa durch Übernahmen.

Übernehmen sich die Finanzinvestoren nicht damit? Haben sie dafür die notwendigen Kapazitäten?
Ich glaube, dass das entsprechende Wissen in den allermeisten Fällen vorhanden ist. Wir merken das etwa daran, dass die Teams bei den Investoren um Industrieexperten mit langjähriger Berufserfahrung ergänzt werden.

Die Fragen stellte Jens Koenen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%