Fünf Jahre andauernder Streit wird am 30. Oktober beigelegt
Coca-Cola öffnet europäischen Softdrink-Markt

Coca-Cola öffnet auf Druck der EU-Kommission den europäischen Softdrink-Markt für mehr Wettbewerb. Das Angebot in Kneipen, Restaurants und Cafés soll nun breiter werden, hieß es am Dienstag aus Brüssel.

HB BRÜSSEL. „Verbraucher werden in Cafés, Kneipen und Geschäften jetzt generell ein größeres Angebot vorfinden“, sagte der scheidende EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti am Dienstag in Brüssel nach einem Treffen mit Coca-Cola-Konzernchef Neville Isdell. Das seit fünf Jahren dauernde Tauziehen zwischen der Kommission und dem US-Getränkeriesen über dessen Geschäftspraktiken ist damit vorbei. Es war der letzte große Brüsseler Auftritt Montis, dessen Amtszeit am 30. Oktober endet.

Coca-Cola ändert sein Rabattsystem in der EU. So sollen Einzelhändlerrabatte auf Verkaufsrenner nicht mehr mit der Abnahme schwächer laufender Marken verknüpft werden. Gewerbliche Kunden des Konzerns können auch andere Anbieter wählen. Ausnahmen gelten, falls Coca-Cola sich bei einer öffentlichen Ausschreibung durchsetzt, beispielsweise bei Behörden. Von Coca-Cola aufgestellte Kühleinrichtungen in kleineren Verkaufsstellen sollen für Produkte anderer Hersteller geöffnet werden.

Die Grundsatzeinigung war bereits im September angekündigt worden. Nun wurde sie besiegelt. Einbezogen sind drei europäische Hauptabfüller, darunter die deutsche Coca-Cola Erfrischungsgetränke. Konkurrenten haben nun die Möglichkeit für Stellungnahmen. Eine endgültige Entscheidung soll im kommenden Frühjahr verkündet werden. Mit gravierenden Änderungen wird nicht mehr gerechnet.

Der Getränkeriese mit den Marken „Coca-Cola“, „Fanta“ oder „Sprite“ wendete mit der Vereinbarung ein drohendes Brüsseler Kartellverfahren wegen Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung ab. Laut Monti hat das Unternehmen in den meisten EU-Ländern sehr hohe Marktanteile. EU-Ermittler hatten in den Jahren 1999 und 2000 in mehreren europäischen Ländern Abfüller und Tochtergesellschaften durchsucht, darunter auch in Deutschland. Brüsseler Kartellverfahren können sich auch gegen einzelne Unternehmen richten; es drohen in letzter Konsequenz Geldbußen der Kommission.

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