Fünfte Jahreszeit
Karneval trotzt der Krise

Die fünfte Jahreszeit hat ihren Höhepunkt erreicht: Es ist Rosenmontag. Die Jecken feiern noch bis zum Aschermittwoche, Finanzkrise und Konjunkturabschwung hin oder her. Denn die Wirtschaft profitiert vom Karneval auch in schlechten Zeiten, sagen zumindest die Fachverbände: Gerade in schlechten Zeiten würden die Menschen den Karneval brauchen.

DÜSSELDORF. Im Kölner Rosenmontagszug darf die Figur von Angela Merkel nicht nackt mitfahren, sie trägt jetzt einen Bikini. Auch wenn so manchen Jecken diese „Zensur“ nicht freut – den Spaß am Feiern lässt er sich trotzdem nicht nehmen.

Das Geschäft mit der närrischen Zeit hat sich in den vergangenen Jahren dank einer nicht müde werdenden Begeisterung der Deutschen für die fünfte Jahreszeit gut entwickelt.

Der Karneval ist besonders in Hochburgen wie Köln, Düsseldorf oder Mainz ein nicht zu unterschätzendes Geschäft: So erzielte allein die Rheinmetropole Köln nach einer Hochrechnung des Instituts der Deutschen Wirtschaft alleine 2007 Umsätze von über 350 Millionen Euro durch das närrische Treiben, Düsseldorf etwa 235 Millionen Euro. Bundesweit schwanken die Schätzungen über die zusätzlichen Einnahmen zwischen drei und fünf Milliarden Euro. Nach einer Studie der Dresdner Bank aus den Jahren 2006 hängen bis zu 50000 feste und vorübergehende Jobs am Karneval aber auch 770 000 Perücken, zwei Millionen Hüte, 5,4 Millionen Schminksets und rund 20 Millionen Accessories und Dekorationsgegenstände sind in der Saison 2007/2008 über den Ladentisch gegangen.

Ob die Faschingsfans in dieser Saison in gewohnter Kauf- und Feierlaune waren und Einzelhandel, Gastronomie und den Herstellern von Karnevalsartikeln ein gutes Umsatzplus wie in den vergangenen Jahren beschert haben, lässt sich noch nicht sagen. Ist die Karnevalszeit doch erst am Aschermittwoch vorbei. Doch die Aussichten stehen nicht schlecht.

Die Wirtschaftskrise drückt auf die Stimmung, auch wenn sie die Verbraucher noch nicht erreicht habe, sagt Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer des Einzelhandels-Hauptverbandes. „Allerdings ändern die Menschen aus unserer Erfahrung ihr Kaufverhalten bei traditionellen Festen wie Weihnachten, Ostern oder eben auch Karneval nicht so stark.“ Dazu kommt, dass Karneval eine „Investition in die Stimmung, ein Ventil in schwierigen Zeiten und eine wichtige Ablenkung“ sei. So beobachtet Pellengahr auch bisher keine Umsatzeinbrüche. „Es sind nicht weniger Kostüme oder Ähnliches verkauft worden.“



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