Furcht vor Netzausfällen wächst
Energietechnik beklagt Investitionsstau

Die Stromausfälle der jüngsten Zeit in USA und Europa haben bei Verbrauchern und Politikern das Thema Sicherheit in der Energieversorgung populär gemacht – auch die Industrie findet dies gut.

gil HANNOVER. „Damit ist deutlich geworden, dass eine zuverlässige Stromversorgung keine Selbstverständlichkeit ist“, sagte Joachim Schneider, Vorstandsmitglied bei ABB Deutschland und beim ZVEI-Branchenverband, gestern auf der Hannover-Messe.

Die Hersteller von Netztechnik wünschen sich, dass die Stromversorger mehr in die Netze investierten. „Noch ist Deutschland mit einer durchschnittlichen Unterbrechungsdauer von 15 Minuten pro Kunde und Jahr Weltmeister“, sagte Schneider. Er sieht die Versorgung zwar nicht in Gefahr, aber die Netze seien ohne größere Investitionen der Zukunft nicht mehr gewachsen. Der Aufbau der Netze liege inzwischen mehr als 50 Jahre zurück.

Gotthard Graß, Hauptgeschäftsführer des ZVEI, schätzt den Bedarf in Deutschland auf 40 bis 50 Mrd. Euro für neue Kraftwerke und rund 6,5 Mrd. Euro für die Netze. Der Betrag für Netze könne sich schnell verdoppeln, ergänzt Schneider: „Es ist ein schleichender Prozess. Wenn der Stromausfall einmal eintritt, ist es zu spät.“

Dazu kommen neue Anforderungen an die Stromnetze. Der wachsende Stromhandel erhöht den Bedarf an Transportkapazität, der Zuwachs der erneuerbaren Energien erfordert neue Netzstrukturen, da der Strom oft fern von den Abnehmern erzeugt wird. Bisher wurden die Kraftwerke meist dicht bei den Abnehmern errichtet.

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