Fusion am Ende?
Iberia bandelt mit Lufthansa an

Die spanische Fluggesellschaft Iberia fühlt von ihrem bisherigen Partner British Airways vernachlässigt und schaut sich deshalb nach Alternativen um. Einer der Namen, der dabei fällt, ist Lufthansa. Branchenkenner halten auf lange Sicht sogar eine Fusion für möglich.

HB MADRID. Das Unternehmen fühle sich nicht an die Briten gebunden und komme auch als Partner für Konkurrenten wie Air France KLM oder die Deutsche Lufthansa in Frage, sagte Iberia-Finanz- und Strategiechef Enrique Dupuy de Lome der Zeitung „Expansion“ (Donnerstagausgabe). Air France KLM führt die Airline-Allianz Sky Team, die Lufthansa steht an der Spitze der Star Alliance. Die beiden Bündnisse sind die Hauptkonkurrenten von British Airways' Oneworld, zu der Iberia bis jetzt gehört.

„Zu einer Ehe gehören zwei Beteiligte, und die Prioritäten von Iberia und British Airways sind nicht immer dieselben“, begründete Dupuy seinen Vorstoß. Für British Airways hätten die Interessen seines Unternehmens keinen Vorrang.

In der Luftfahrtbranche sorgen derzeit Vorgespräche über eine Fusion von Air France KLM und der angeschlagenen italienischen Alitalia für Bewegung. Zudem versucht der Billigflieger Ryanair, den irischen Konkurrenten Aer Lingus aufzukaufen. Auch Lufthansa hatte sich vergangene Woche grundsätzlich offen für neue Zusammenschlüsse gezeigt. Konkrete Gespräche würden aber nicht geführt. Eine Iberia-Übernahme gilt in der Branche schon länger als attraktive Option für das deutsche Unternehmen, weil die spanische Gesellschaft über ein umfangreiches Netz von Flugverbindungen nach Südamerika verfügt.

Iberia-Aktien legten nach Bekanntwerden des Interviews um 1,88 Prozent zu. Air-France-Papiere gewannen 2,42 Prozent, Lufthansa-Aktien 0,95 Prozent. Die Überlegungen böten Anlass zu Spekulationen über eine Neuaufstellung der Luftfahrt-Allianzen und machten deshalb die Papiere der Unternehmen interessant, sagte ein Händler in Madrid. Nach Einschätzung der Geschäftsbank Banesto könnten die Äußerungen Dupuys aber auch ein Versuch sein, mehr Aufmerksamkeit von British Airways zu erzwingen.

Für eine Integration müssten die Wünsche beider Partner zusammenfallen, erläuterte der Manager. „Das könnte mit BA passieren oder auch nicht, oder es könnte mit anderen Unternehmen passieren.“ Die zunehmende Bedeutung von Billigfluglinien in Europa werde zu mehr „Klärung und Rationalisierung“ in der Branche führen. Als Teil einer globaleren Allianz könne Iberia dabei Kosten- und Synergievorteile sowohl selbst erzielen, als auch für andere Firmen bieten.

Dupuys stellte auch eine mögliche Erhöhung der Geschäftsziele von Iberia in Aussicht. Derzeit strebt das Unternehmen eine Verbesserung seine Umsatzrendite um 600 Mill. Euro binnen drei Jahren an.

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