Fusion
GfK-Fusion droht Scheitern

Die für diesen Herbst geplante Fusion zwischen dem Nürnberger Marktforscher GfK und seinem britischen Wettbewerber TNS steht auf der Kippe. Analysten glauben, dass eine aufgestockte Gegenofferte für TNS zum Stolperstein für die Pläne der Deutschen werden könnte.

LONDON/MÜNCHEN. Der britische Marketingkonzern WPP habe nun gute Chancen, die Gunst der TNS-Aktionäre zu gewinnen, lautet der Tenor der Experten.

Ein Zusammengehen von GfK und TNS zum zweitgrößten Marktforscher der Welt nach dem US-Konzern Nielsen rückt damit wieder in die Ferne. Anfang Juni hatten die beiden Firmen eine Fusion unter Gleichen vereinbart, doch kurz danach hatte auch WPP sein Interesse an TNS bekundet und seitdem die Offerte mehrfach nachgebessert. Bisher beißen die Briten beim TNS-Management jedoch auf Granit. Die TNS-Führung lehnte auch das jüngste, vierte Angebot ab und bekannte sich zur geplanten Fusion mit GfK. WPP wolle lediglich die Fusion stören, um seiner Marktforschungstochter Kantar zu helfen, kritisierte TNS-Chairman Donald Brydon.

Doch Analysten schätzen, dass WPP mit seinem Angebot bei den TNS-Aktionären auf mehr Gegenliebe stoßen wird. Gareth Thomas vom Brokerhaus Collins Stewart sagte, das Angebot von WPP sei ein exzellenter Deal für die TNS-Aktionäre. Es sei schwer zu verstehen, dass sich der TNS-Verwaltungsrat weiter dagegen sperre. Lorna Tilbian von Numis Securities betonte, die zuletzt vorgelegte Offerte von 260 Pence je TNS-Aktie könne im gegenwärtigen Börsenumfeld durchaus reichen, um die Aktionäre von TNS zu überzeugen. Am Freitag notierten die Papiere in London bei 246 Pence.

Das Angebot von WPP entspricht einer Prämie von 52 Prozent auf den Aktienkurs vor Bekanntgabe der Fusionsverhandlungen. Laut Numis ist es das 9,4-Fache des geschätzten Ergebnisses von TNS vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im laufenden Jahr. WPP würde damit einschließlich der Übernahme von Schulden für TNS rund 1,43 Mrd. Pfund bezahlen. Das Angebot enthält allerdings eine Reihe von Bedingungen, unter anderem die, dass die TNS-Aktionäre auf der Hauptversammlung am 18. Juli die Fusion mit GfK ablehnen.

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