Fusion mit First Choice
Bafin ermittelt gegen Reisekonzern Tui

Wegen der späten Bekanntgabe der Fusion mit seinem britischen Wettbewerber First Choice droht dem Reisekonzern Tui und dessen Vorstandschef Michael Frenzel Ärger mit der Finanzmarktaufsicht BaFin. Das Handelsblatt berichtet in seiner Mittwochsausgabe: Dem Unternehmen droht eine Geldbuße. Unterdessen steht die Zukunft der Konzernzentrale in den Sternen.

DÜSSELDORF. Dem Bericht zufolge untersucht die Behörde, ob Tui die Transaktion zu spät bekannt gegeben hatte und damit gegen die Adhoc-Pflicht verstieß. Das habe eine Sprecherin der Behörde bestätigt. Während verschiedene Medien bereits am Sonntag über die Fusion berichtet hatten, meldete Tui sie erst am Montag.

Im Extremfall droht Tui eine Geldbuße bis zu einer Million Euro. Die BaFin hatte 2006 etwa 30 derartige Verfahren eröffnet, in neun Fällen waren Bußen von bis zu 80 000 Euro verhängt worden.

Die Pläne Tuis, die europaweiten touristischen Aktivitäten mit dem britischen Reiseveranstalter First Choice zur neuen Tui Travel plc zu verschmelzen, haben indes Rätselraten über die künftigen Aufgaben der Konzernzentrale in Hannover ausgelöst. Im Unternehmen selbst, aber auch im Aufsichtsrat und bei Analysten wird spekuliert, dass zumindest ein Teil der Arbeitsplätze von Hannover nach London verlagert werden muss.

„Der gesamte Deal hat erhebliche Konsequenzen für Hannover“, hieß es in Aufsichtsratskreisen. Sinn habe die Verlagerung nur, wenn die Tui AG zu einer reinen Managementholding umgebaut würde. Die könnte dann aber auch mit weniger Personal auskommen, sagen Analysten.

Derzeit beschäftigen die Tui AG 450 und die Tui Deutschland GmbH laut Konzernangaben etwa 1 000 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern mitgeteilt, konzernweit mindestens 400 Führungspositionen zu streichen. „Ich könnte mir vorstellen, dass unter dem Strich nun weit mehr Arbeitsplätze im Zuge weiterer Restrukturierungsmaßnahmen in Hannover verschwinden, weil sie nach London gehen“, sagte NordLB-Touristikexpertin Martina Noss dem Handelsblatt.

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