Fusion mit Germanwings
Tui sucht Hilfe bei Lufthansa

Tuifly und Germanwings bereiten die nächste große Fusion unter deutschen Fluggesellschaften vor. Wie Konzern- und Branchenkreise bestätigten, haben die Airline des Touristikkonzerns Tui und die Billigflugtochter der Lufthansa, ihre vor wenigen Monaten abgebrochenen Fusionsgespräche wieder aufgenommen. Ein weiterer Partner ist indes nicht mehr an Bord.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. "Die Gespräche befinden sich in einem sehr frühen Stadium. Spruchreif ist noch nichts – außer, dass die Lufthansa den Führungsanspruch für sich reklamiert“, hieß es in Frankfurt. Die beiden Konzerne Lufthansa und Tui äußerten sich offiziell nicht zu den Gesprächen.

Beide Fluggesellschaften hatten bereits im Sommer intensiv miteinander verhandelt. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt noch Condor, die Ferienfluggesellschaft des Reisekonzerns Thomas Cook, mit an Bord. Die Fusionsgespräche der drei scheiterten damals jedoch. Denn der Mehrheitseigner von Thomas Cook, der Handelskonzern Arcandor (früher Karstadt -Quelle), will die Ferienfluggesellschaft an Air Berlin verkaufen, hatte Arcandor -Chef Thomas Middelhoff im Frühherbst angekündigt.

Air Berlin ist als Nummer zwei im deutschen Markt der größte Konkurrent der Lufthansa, aber auch von Germanwings und Tuifly. Die Lufthansa, die noch 25 Prozent an Condor hält, hat gleichwohl erklärt, "aus strategischen und wirtschaftlichen Gründen“ ein ihr eingeräumtes Vorkaufsrecht nicht ausüben zu wollen. Das Geschäft wird vom Kartellamt noch bis Februar 2008 geprüft. Thomas-Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa sagte gestern, man rechne mit einer problemlosen Freigabe.

Die Frage, ob Tuifly unter dem Dach der Lufthansa künftig einen Platz haben könne, hatte Lufthansa -Chef Wolfgang Mayrhuber Mitte Oktober noch verneint. Tui -Vorstand Roland Keppler, verantwortlich für Tuifly, sagte aber vergangene Woche in Hamburg: "Wir prüfen alle Möglichkeiten.“ In der Branche stoßen die Gespräche auf Zustimmung. "Es sieht wie ein Ringtausch aus. Erst gibt Lufthansa die Condor ab, dann holt sie sich Tuifly“, sagte ein Berater.

Die Wiederaufnahme der Gespräche belegt den Konsolidierungsdruck, der auf Germanwings und Lufthansa, aber vor allem auf Tuifly lastet. "Eine Fusion der beiden wäre eine Reaktion auf die aggressive Akquisitionspolitik von Air Berlin“, sagte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Während sich Tui einer schwierigen Tochter entledigen würde, bürde sich Lufthansa aber eine Last auf.

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