Fusion mit Tim Hortons
Was nun, Burger King?

Die Fusion von Burger King mit Tim Hortons aus Kanada hat Potenzial – wenn sich die Aufregung gelegt hat und der junge Geschäftsführer nicht alles vermasselt. Entscheiden wird sich alles am Frühstückstisch.
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San FranciscoDie Wut ist groß. Aber sie wird genauso schnell erkalten wie ein pappiger Doppel-Whopper auf dem Restauranttablett. Das jedenfalls glaubt der amerikanische Markenexperte Kevin Paul Scott. Wenn sich der Shitstorm über die Fusion mit der kanadischen Kaffeehauskette Tim Hortons gelegt habe, könne der Zusammenschluss die echten Probleme des Unternehmens lösen statt sie zu verschärfen, sagt der Experte. Das wäre auch für Daniel Schwartz wichtig. Der junge Vorstandsvorsitzende von Burger King mit dem Stallgeruch der Wall Street muss den Frühstückskrieg gewinnen, um seinen Millionenbonus einzustreichen. Und zwar schnell.

Dem Shitstorm in den sozialen Netzwerken setzte Burger King deshalb besänftigende Worte entgegen: „Wir hören euch. Wir ziehen nicht um, wir wachsen nur und finden neue Wege, um euch besser zu bedienen“, versichert der Schnellbrater auf seiner Facebook-Seite. Denn die Konsumenten sind besonders entrüstet darüber, dass die neue Muttergesellschaft von Burger King und Tim Hortons nicht in den USA angesiedelt wird. CEO Schwartz verspricht zwar: „Unsere Hauptverwaltung bleibt in Miami.“ Und mehr noch: „Die Entscheidung ist nicht steuergetrieben“, versicherten die PR-Manager des Unternehmens: „BKC wird weiter alle staatlichen, bundesstaatlichen und lokalen Steuern entrichten“, lautet der patriotische Apell. „Der Whopper geht nirgendwo hin.“

Doch die Menschen sind in Wirtschaftsfragen nicht mehr ganz so ungebildet, wie es der 34-jährige Vorstandschef glaubt, der vor seinem Ruf an die Grillstation im Jahr 2013 ein Jahrzehnt an der Wall Street verbracht hat. Der Sturm der Entrüstung über die Fusionspläne mit der kanadischen Kaffeehauskette Tim Hortons tobte, weil Burger King die neue Muttergesellschaft in Kanada ansiedeln will – wohl auch, um Steuern zu sparen. Ein paar nette Worte werden die Kommentatoren da nicht besänftigen. Klar ist aber auch: Ganz steuerfrei wird Burger King nicht davonkommen. Wenn Schwartz aufhören würde, seine lokalen und sonstigen Steuern für den Geschäftsbetrieb zu zahlen, könnte er seine tausenden Schnellrestaurants in den USA auch gleich dichtmachen. Jedes Unternehmen, ob in- oder ausländisch, muss diese Steuern zahlen.

Aber Schwartz' pathetischer Schwur ändert nichts daran, dass die neue gemeinsame Muttergesellschaft, die Holding von Burger King und Tim Hortons, ihren Sitz in Kanada haben wird. Da werden am Ende die Gewinne anfallen. Jedenfalls soweit sie nicht für Auslandstöchter ohnehin schon in anderen Ländern weltweit vor der US-Steuerbehörde in Sicherheit gebracht werden. Daneben gibt es hübsche Tricks wie „Gewinn-Stripping“. Die kanadische Mutter kann der amerikanischen Tochter Geld zu guten Zinsen leihen, was die Gewinne und Steuern in den USA schmälert, in Kanada dafür erhöht.

Bislang hat Cornell-Absolvent Schwartz einfach nur das Handbuch des MBA-Studenten abgearbeitet und gemacht, was alle neuen Geschäftsführer machen würden. Er spart Kosten, sprich entlässt Mitarbeiter, verschlankt die Zentrale und das Menü in den Restaurants. Wohin die Reise geht, macht schon seine Herkunft klar. 3G Capital, mit 70 Prozent der alles bestimmende Anteilseigner, hat Schwartz 2010 zu Burger King geschickt und 2013 als Vorstandsvorsitzenden installiert.

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