Fusion von Karstadt und Kaufhof im Gespräch
Gedanke an neuen Kaufhausriesen gefällt

Der Handels- und Touristikkonzern Arcandor will nach Handelsblatt-Informationen die konkurrierende Warenhauskette Kaufhof übernehmen und diese mit der Tochter Karstadt fusionieren. Börsianern gefällt der Gedanke, Metro- und Arcandor-Aktien legen am Freitag gegen den Trend zu. Analysten sehen hohe Synergieeffekte – und eine große Hürde.

HB DÜSSELDORF. Der Einzelhandels- und Touristikkonzern Arcandor will Branchenkreisen zufolge seine Warenhauskette Karstadt mit der Metro-Tochter Kaufhof grundsätzlich zusammenbringen. Das Handelsblatt hat zudem erfahren, dass es bereits Verhandlungen über eine Übernahme unter dem Dach von Arcandor gibt. Sprecher von Arcandor und Metro lehnten eine Stellungnahme dazu jedoch ab. Arcandor-Sprecher Jörg Howe meinte lediglich: „Das sind die üblichen Marktgerüchte, die seit Monaten kursieren.“ Metro-Sprecher Jürgen Homeyer erklärte: „Marktgerüchte kommentieren wir nicht.“

Die Anteilsscheine beider Konzerne legten am Freitag allerdings aufgrund der Spekulationen zu. Metro-Aktien waren mit einem Plus von 2,9 Prozent auf 63,41 Euro größter Gewinner im Dax, Arcandor-Papiere legten über zwei Prozent auf 22,24 Euro zu.

Kartellrechtliche Probleme befürchtet

Nach Einschätzung der Analysten von Unicredit ist der neue Metro-Vorstandsvorsitzende Eckhard Cordes zumindest offener für eine Fusion von Kaufhof mit Karstadt als es sein Vorgänger Hans-Joachim Körber war. Die Experten entwerfen ein Szenario, wonach der Metro-Konzern die Immobilien von Kaufhof veräußern könnte, um anschließend ein Joint Venture einzugehen, in dem Arcandor 51 Prozent der Anteile und Metro 49 Prozent halten würde. Für Metro und Arcandor ergäbe sich dadurch eine Win-Win-Situation. Neben erheblichen Kostensynergien hätte das Geschäft eine deutliche Verminderung des Kaufhaus-Wettbewerbs in Deutschland zur Folge, was den Gewinnen beider Unternehmen zugute käme.

„Bei einem Zusammengehen wäre ein dreistelliger Millionenbetrag durch Synergien sehr realistisch“, sagt Analyst Hans-Peter Kuhlmann von der Landesbank Baden-Württemberg im Gespräch mit Dow Jones Newswires am Freitagmorgen. Sowohl Arcandor als auch Metro würden profitieren.

Nach Informationen des Handelsblatts könnten durch einen Zusammenschluss der beiden Ketten Einsparungen von 350 bis 400 Mill. Euro im Jahr erzielt werden. In den Branchenkreisen wird aber erwartet, dass es bei einem Zusammengehen der beiden größten deutschen Warenhausketten kartellrechtliche Probleme geben würde. Es sei davon auszugehen, dass das Bundeskartellamt wegen der Überschneidungen vor allem in Ballungsräumen zumindest harte Auflagen verfügen könnte, hieß es.

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