Fusionsgespräche vor dem Durchbruch
Auch Continental und United im Landeanflug

Die US-Fluggesellschaften stehen derzeit unter erheblichen Fusionsdruck. Und so könnte der Zusammenschluss von Delta und Northwest nur der Startschuss dafür sein, dass aus den "großen Sechs" der Branche in den USA noch größere Drei werden. Zwei weitere Airlines könnten schon in Kürze dem Beispiel folgen – mit Folgen für die Lufthansa.

HB DÜSSELDORF. So wird auch der Schulterschluss zwischen Continental Airlines und United wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die Fusionsverhandlungen zwischen den beiden Airlines stehen nach Informationen aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen kurz vor einem Durchbruch. Eine Vereinbarung könnte "sehr schnell" unter Dach und Fach gebracht werden, sobald die Konkurrenten Delta und Northwest ihren Zusammenschluss ankündigten, hieß es.

Die sechs großen international agierenden Gesellschaften - American Airlines, United, Delta, US Airways, Continental und Northwest - befinden sich im knallharten Wettbewerb untereinander. Sollte es zu den beiden Fusionen zwischen Delta und Northwest sowie Continental und United kommen, könnten die beiden übrig gebliebenen Fluggesellschaften, American Airlines und US Airways, um wettbewerbsfähig zu bleiben, ebenfalls zu einem Zusammenschluss gezwungen sein.

Experten halten eine Konsolidierung der US-Luftfahrtbranche für unumgänglich. Die amerikanischen Airlines waren nach den Anschlägen in New York vom September 2001 in eine Krise geraten und haben seitdem insgesamt Verluste von rund 35 Milliarden Dollar eingeflogen.

Seit 2006 hat sich die Lage entspannt, aber steigende Treibstoffkosten und Überkapazitäten auf dem Heimatmarkt machen den Unternehmen weiter zu schaffen. Rund die Hälfte der amerikanischen Airlines arbeitete deshalb lange Zeit unter Gläubigerschutz, um nicht pleite zu gehen Zuletzt hatten mehrere Airlines angekündigt, die heimischen Routen zu dezimieren und ihre Flotten zu verkleinern.

Experten erwarten gegen den Delta-Northwest-Deal keine großen Auflagen seitens der US-Kartellbehörden. Die Streckennetze ergänzten sich weitgehend. Sowohl in den USA als auch in Europa sorgen Überkapazitäten für günstige Preise. Auf den heimischen Märkten haben Billiganbieter wie Southwest oder Jetblue in den USA oder Ryanair, Easyjet oder Air Berlin in Europa den großen Fluggesellschaften in den vergangenen Jahren zugesetzt. Diese holen ihre Renditen im Wesentlichen aus Langstreckenflügen.

Seit Ende März hat das Open-Sky-Abkommen zwischen USA und der EU für mehr Freiheit beim Aufbau neuer Flugverbindungen über den Atlantik gesorgt - und damit auch für einen härteren Wettbewerb.

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