Galeria Kaufhof Warenhauskette bremst Investitionen

Galeria Kaufhof hat ein schwaches Weihnachtsquartal hinter sich. Nach der Übernahme der Warenhauskette durch den kanadischen HBC-Konzern will Chef Olivier van den Bossche nun Investitionen „zeitlich strecken“.
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Die Warenhauskette will das Online-Angebote ausbauen. Quelle: dpa
Galeria Kaufhof

Die Warenhauskette will das Online-Angebote ausbauen.

(Foto: dpa)

KölnDie Warenhauskette Galeria Kaufhof hat in den vergangenen Monaten die Kaufzurückhaltung vieler Kunden zu spüren bekommen. Konzernchef Olivier van den Bossche will die nach der Übernahme der Kette durch den kanadischen HBC-Konzern angekündigten Investitionen in die Filialen nun „zeitlich etwas strecken“, wie er in der jüngsten Ausgabe der Mitarbeiterzeitschrift „Ki“ ankündigte. Es bleibe aber bei den Plänen, in den nächsten fünf bis sieben Jahren eine Milliarde Euro in die Kette zu investieren, hieß es im Umfeld des Unternehmens.

Im wichtigen Weihnachtsquartal sei das Geschäft in Deutschland und Belgien um zwei Prozent geschrumpft, berichtete Van den Bossche, der auch Chef von HBC Europe ist. Der Trend zum Online-Handel, aber auch die Verunsicherung der Kunden durch Anschläge in Innenstädten hätte für Rückgänge in den Einkaufsstraßen gesorgt. Der Konzern müsse nun um jeden Euro Umsatz und Ergebnis kämpfen.

Diese Einzelhändler scheiterten in Deutschland
Verkauf von Kaufhof
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Der Deal ist durch: Nach wochenlangen intensiven Verhandlungen haben sich die Metro und der kanadische Kaufhauskonzern Hudson's Bay Company auf einen Verkauf von Kaufhof geeinigt. Nach den Erfahrungen mit dem deutsch-amerikanischer Nicolas Berggruen, früher Eigentümer von Karstadt, herrscht Skepsis mit Blick auf einen ausländischen Investor, der den deutschen Markt nicht kennt. Vor allem das Geschäft mit Warenhäusern, von denen es in Deutschlands Innenstädten nur noch Karstadt und Kaufhof gibt, gilt als schwierig.

Spezielle Verhältnisse in Deutschland
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Zwar bescheinigen Verhandlungskreise Richard Baker, dem Eigentümer von Hudson´s Bay Company, und seinem Management, dass sie sehr gut über die speziellen Verhältnisse in Deutschland informiert sind und professionell auftreten. Aber es gibt eine Reihe von erfolgreichen ausländischen Einzelhändlern, die in der Vergangenheit auf dem hart umkämpften deutschen Markt scheiterten.

Wal-Mart gab auf
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Nach acht Jahren in den roten Zahlen gab Wal-Mart 2006 in Deutschland auf. Trotz weltweiter Erfolge war es dem US-Handelskonzern nicht gelungen, sich gegen die starke Konkurrenz der Discounter durchzusetzen. Der Markteintritt sorgte für viele Spekulationen. So dachte man, Wal-Mart könnte die Metro AG schlucken und damit über Nacht zum Branchenprimus werden. Doch es kam anders.

Wal-Mart-Konzept griff nicht
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Sein verlustreiches Deutschlandgeschäft gab der US-Konzern nämlich schließlich an den Konkurrenten Metro ab. Der führende deutsche Handelskonzern übernahm 85 Filialen. Wal-Mart sei nie richtig in Deutschland angekommen, hieß es später in Branchenkreisen. Das Konzept von Wal-Mart griff nicht, die Konzernführung räumte ein, die Schwierigkeiten im hart umkämpften deutschen Markt unterschätzt zu haben.

Marks & Spencer überlebte nicht
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Die britische Kette Marks & Spencer versuchte gleich mehrfach, in Deutschland Fuß zu fassen. Die Mode traf offenbar den Geschmack der Deutschen nicht – und wurde zum Ladenhüter. 2001 zog das Unternehmen einen Schlussstrich und schloss nicht nur die Geschäfte in Deutschland, sondern auf dem gesamten europäischen Festland. Insgesamt wurden 38 Filialen geschlossen. Die Verluste in den deutschen Filialen waren besonders hoch und machten dem Konzern schwer zu schaffen.

Rückkehr nur Online
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Es dauerte rund zehn Jahre, bis sich Marks & Spencer von dem Flop bei der Expansion erholt hatte. 2012 kam der Modehändler wieder nach Deutschland – die Produkte gab es dieses Mal allerdings nur noch online. Die Briten wollten sich diesmal eine Eigenart zu nutze machen: Deutsche kaufen gerne bequem und billig ein.

Delhaize setzte sich im deutschen Markt nicht durch
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2003 wollte die belgische Delhaize Group (Archivbild) in Deutschland durchstarten. Insgesamt gab es vier Delhaize-Märkte, doch die Filialen in Köln und Aachen waren nicht rentabel. 2008 machten sie nach Delhaize-Angaben einen Umsatz von 19,5 Millionen Euro, schrieben dabei aber einen „leichten Verlust“. Weniger später gab Delhaize bekannt, dass die Filialen verkauft werden sollen.

Das Unternehmen will mit stärkerer Kundenorientierung und einer engen Verbindung von stationären und Online-Angeboten gegensteuern. Van den Bossche sagte, Galeria Kaufhof werde weiter investieren und den Umbau in den Filialen Düsseldorf Königsallee, Aachen, München Marienplatz, Frankfurt Hauptwache und Heidelberg Bismarckplatz fortsetzen. Zudem habe man die Filial-Geschäftsführungen und die Leitungen gebeten, „Maßnahmen zur Kosteinsparung zu ergreifen“, erklärte er. Dabei werde man sich aber an die von HBC unterschriebene Sozialcharta halten.

Den Online-Umsatz konnte das Unternehmen 2016 um 23 Prozent steigern. Damit sei es stärker gewachsen als der Markt, sagte der Manager.

  • dpa
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