Gasgeschäft
RWE bietet kurzfristige Lieferverträge an

Um einer Anordnung des Bundeskartellamts zuvor zu kommen bietet der Energiekonzern RWE seinen Stadtwerke-Kunden im größten Versorgungsgebiet Westfalen Gas-Lieferverträge mit kurzen Laufzeiten an. Die Kartellwächter sehen in den bisher üblichen langfristigen Verträgen eine Behinderung des Wettbewerbs.

HB DÜSSELDORF. „Von den rund 70 Stadtwerken im Versorgungsgebiet der RWE Westfalen Weser Ems haben sich schon 52 für den neuen Vertrag entschieden“, sagte der Vorstandschef der größten Konzern-Vertriebsgesellschaft, Knut Zschiedrich, am Dienstag im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir haben damit die höchste Forderung des Kartellamtes respektiert“, fügte er hinzu. RWE Westfalen Weser Ems versorge über Stadtwerke rund eine halbe Million Kunden mit Erdgas.

Eine Einigung zwischen den 15 deutschen Ferngasunternehmen und dem Kartellamt in der Frage der Laufzeiten war im Oktober am Widerstand des Marktführers Eon Ruhrgas gescheitert. Das Düsseldorfer Unternehmen hatte danach eine Selbstverpflichtung angekündigt, neue Verträge mit kürzeren Laufzeiten zu ermöglichen. Dies wurde von der Behörde aber als nicht ausreichend bewertet. Das Kartellamt will Eon Ruhrgas nun gerichtlich zur Anerkennung seiner Vorgaben zwingen. Bis zur Klärung dieses Falls bleibt erst einmal alles beim alten.

Marktführer Eon Ruhrgas wehrt sich vor allem gegen die Forderung, bestehende Langfristverträge zu kürzen und für die Restmengen bei einem Kunden nicht mehr mitbieten zu können. Aus Sicht des Kartellamts bleibt neuen Anbietern, wie etwa der britischen BP, der Einstieg auf den hiesigen Markt durch die langen Lieferverträge versperrt. Deshalb hätten die Gaskunden keine Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln.

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