Gasgroßhändler kündigen Preiserhöhung an
Eon Ruhrgas dreht an der Preisschraube

Preiserhöhungen von mindestens zwölf Prozent will Deutschlands größter Gasgroßhändler Eon Ruhrgas bei dem überwiegenden Teil seiner Großkunden zum ersten Januar durchsetzen.

HB DÜSSELDORF. Dabei handele es sich um eine vertraglich vereinbarte Angleichung der Preise im Zuge der Ölpreisbindung, erklärte Ruhrgas am Freitag in Essen. Auch die Nummer zwei, Wingas, will die höheren Kosten weitergeben, allerdings nicht zum Jahreswechsel. Das Kartellamt prüft weiter die Preispolitik der überregionalen Gasversorger.

Eon Ruhrgas begründet die Preiserhöhungen mit dem Preisanstieg aller übrigen Energiepreise wie Rohöl, Heizöl oder Kohle seit Beginn dieses Jahres. „Die Preise entwickeln sich entsprechend vertraglich vereinbarter Preisformeln“, erklärte eine Ruhrgas-Sprecherin. Großhändler wie Ruhrgas oder Wingas schließen mit ihren zumeist kommunalen oder Industriekunden langfristige Lieferverträge ab, bei denen in bestimmten Abständen die Preise der Entwicklung eines Referenzrohstoffs angeglichen werden. In Deutschland ist das in den meisten Fälle das Öl. Inwieweit die Erhöhung der Gaspreise die Energierechnung des Bürgers belaste, könne Ruhrgas nicht bestimmen. „Über die Höhe der Endverbraucherpreise, die sich ebenfalls nicht von der allgemeinen Energiepreisentwicklung abkoppeln lässt, entscheiden die Stadtwerke“, hieß es.

„Es gibt keine generellen Preiserhöhungen zu irgendwelchen Stichtagen“, sagte ein Firmensprecher in Kassel. Mit den gut 120 Großkunden aus Industrie und den Kommunen gebe es langfristige Verträge mit Preisanpassungsklauseln. Nach vertraglich vereinbarten Schlüsseln würden daher Preise an die Entwicklung des festgelegten Referenzrohstoffes angepasst. Vor allem viele Stadtwerke-Kunden hätten noch Ölprodukte als Referenzprodukte für Gas, weshalb dort die Gaspreise vertragsgemäß angepasst würden. Wingas verdiene dadurch nicht mehr, sondern gebe nur höhere Kosten weiter. Bei Neuverträgen sehe das anders aus. Allerdings drängten Kunden in diesen Fällen zu Verträgen mit sehr kurzen Laufzeiten.

Der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) hat trotz der höheren Gaspreise deren Koppelung an das das Öl verteidigt. „Die Ölpreisbindung ist keine Einbahnstrasse. Fallen die Ölpreise, fallen auch die Gaspreise“, heißt es in einer Erklärung.

Die Preispolitik der Gasversorger hat vor etwa drei Monaten auch das Kartellamt auf den Plan gerufen. Wieviele Gasversorger in Deutschland unter die Lupe genommen werden, wollte die Behörde aber nicht sagen. Am Donnerstag hatte sie erstmals mit der Eon-Tochter Eon Hanse einen Namen genannt.

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