Gastronomie
Cafe del Sol sonnt sich im Erfolg

Die derzeitige Wirtschaftsflaute macht auch der heimischen Gastronomie stark zu schaffen. Doch während die Branche über schwindende Umsätze klagt, feiert die Restaurantkette „Cafe del Sol“ Triumphe. Die Gründe für den Boom der Systemgastronomie.

MARL. Für diesen Sommer erwartet mehr als jedes zweite Unternehmen niedrigere Umsätze als im Vorjahreszeitraum, wie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) feststellt. Aussicht auf eine Besserung gebe es kaum. 100 000 Arbeitsplätze seien deshalb in Gefahr, klagt der Branchenverband.

Im ersten Quartal 2009 verloren die Speiserestaurants in Deutschland nach Dehoga-Angaben 6,1 Prozent ihres Umsatzes, doppelt so viel wie im gleichen Vorjahreszeitraum. Vor allem weniger Firmenveranstaltungen und Geschäftsessen ließen die Umsätze schrumpfen. „Auf Talfahrt befindet sich auch der Umsatz der Kantinen und Caterer“, sagt Dehoga-Präsident Ernst Fischer. Als weitere Gründe nennt er Produktionsstopps und Kurzarbeit. Hamburger-Restaurants, Bäckereicafés oder Pizzalieferdienste hätten sich hingegen als krisenfest erwiesen.

Doch es gibt Ausnahmen, Gastronomen, die die Krise als Chance begreifen und nun erst so richtig Gas geben. Delf Neumann ist solch ein Gastwirt. Der 45jährige möchte am liebsten jeden Monat ein neues „Cafe del Sol“ eröffnen. „Realistisch sind allerdings fünf bis sieben Objekte pro Jahr“, schränkt Neumann ein. „Es fehlt nicht an Kapital oder Know-how, sondern schlicht an geeigneten Grundstücken“, sagt er. Für jeden seiner bisher 21 Betriebe benötigt er 5 000 bis 7 000 Quadratmeter Platz, damit eine zeitlose Villa im karibischen Kolonialstil bis zu 400 Gästen Platz bieten kann. Ein derart ausgestatteter Standort, meist an hochfrequentierten Bundesstraßen gelegen, kann schon nach kurzer Zeit auf einen Jahresumsatz von 1,8 Mio. Euro kommen, wie ein Blick in die Datenbank einer Wirtschaftsauskunftei bestätigt.

Für das laufende Jahr plant Neumann mit einem Umsatzwachstum um 10 Mio. auf 60 Mio. Euro. Selbst abzüglich der Neueröffnungen soll noch ein organisches Wachstum von etwa fünf Prozent übrig bleiben. Im vergangenen Jahr lag die Betreibergesellschaft Gastro & Soul mit einem Umsatzwachstum von 22 Prozent schon auf Rang vier hinter vergleichbaren erfolgreichen Schnellgastronomen wie Subway (plus 44 Prozent), Vapiano (plus 38 Prozent) und Capital Catering (plus 35 Prozent).

Neumanns Rezept ist die kostendämpfende Systemgastronomie. Die rund 40 Mitarbeiter pro Filiale sollen sich mit der gebotenen Freundlichkeit hauptsächlich um das Wohl der Gäste kümmern. Die Speisen sind deshalb vorgefertigt, ohne dass dies besonders auffallen würden. Denn die Speisekarte verzeichnet beispielsweise auch eine Auswahl an frischen Salaten. Die Preise sind zivil.

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