Gazelle, Sparta, Batavus Holländer wollen Fahrrad-Riesen schaffen

Der Fahrradbauer hinter Marken wie Gazelle will seinen größten heimischen Rivalen kaufen. Wenn die Übernahme gelingt, entsteht in den Niederlanden der größte Fahrradbauer der Welt. Die Aktionäre sind bereits begeistert.
Update: 11.04.2017 - 12:27 Uhr Kommentieren
Die Pon Holding baut pro Jahr rund 800.000 Fahrräder von zehn Marken. Quelle: AFP
Gazelle-Fabrik in Dieren

Die Pon Holding baut pro Jahr rund 800.000 Fahrräder von zehn Marken.

(Foto: AFP)

AmsterdamIn den Niederlanden soll mit einer Übernahme der weltgrößte Fahrrad-Hersteller entstehen. Der Gazelle-Produzent Pon Holdings will seinen größten heimischen Rivalen Accell kaufen und damit zum Weltmarktführer aufsteigen. Das vorgelegte Angebot bewerte den Hersteller der niederländischen Marken Sparta und Batavus mit 845 Millionen Euro und werde nun geprüft, teilte Accell am Dienstag mit.

Wenn die Fusion gelingt, wären mehr als ein Dutzend Fahrrad-Marken unter einem Dach. Pon übernahm bereits 2013 Deutschlands größten Fahrradhersteller Derby Cycle mit Marken wie Focus, Kalkhoff und Univega.

Die Pon Holding baut pro Jahr rund 800.000 Fahrräder von zehn Marken. 2017 wird mit einem Umsatz von 700 Millionen Euro gerechnet. Zu Pon gehören neben dem niederländischen Marktführer Gazelle auch die kanadischen Premium-Rennräder von Cervelo.

Die kommen, die Pedelecs
Start der Eurobike am Bodensee
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In deutschen Privathaushalten ist die Zahl der Fahrräder mit Elektromotor erneut deutlich gestiegen. Rund zwei Millionen E-Bikes standen zum Jahresbeginn in Kellern und Garagen von Privatleuten, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren rund 400.000 Räder mehr als ein Jahr zuvor, ein Zuwachs von 25 Prozent – den sicherlich auch die Veranstalter der Fachmesse Eurobike in Friedrichshafen freuen dürfte.

Das Modelljahr 2017 beschert uns eine Reihe neuer E-Räder.
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Der Trend geht zu hochwertigeren Modellen, zu größeren Reichweiten und zu edlen Elektro-Bergziegen. Viele der kommenden Neuheiten kann derzeit auf der Eurobike in Friedrichshafen live erleben ...  

Delite von Riese & Müller
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So etwa die dritte Generation des Delite von Riese & Müller, das künftig unter anderem mit doppelter Reichweite beeindrucken will. Das von einem Bosch-Mittelmotor getriebene Tourenbike wird weiterhin in 25- oder 45-km/h-Versionen zu haben sein. Optional kann künftig ein zweiter 500-Wh-Akku geordert werden, der das Reichweitenpotenzial verdoppelt.

Das Delite wird zudem in fünf Ausstattungsvarianten mit Kettenschaltung, Nabenschaltung oder Automatik angeboten. Das mindestens 23 Kilogramm schwere, vollgefederte E-Bike, bei dem praktischerweise auch der Gepäckträger gefedert ist, soll mindestens 4.800 Euro kosten.

Flyer U-Serie
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Preislich und gewichtstechnisch auf ähnlichem Niveau bewegt sich das völlig neue S-Pedelec der U-Serie von Flyer. Das bis zu 45 km/h schnelle City-Bike soll in der Welt der Zweitwagen wildern.

Als Neuheit bietet es die Flyer Intelligent Technology (FIT), die direkt in den Panasonic-Mittelmotor ein automatisch oder manuell schaltbares Zweiganggetriebe integriert.

Weitere Besonderheiten der U-Serie sind ein 3,5-Zoll-Display am Lenker sowie eine elektrisch gesteuerte Bedieneinheit für die untereinander kommunizierenden Elemente Motor, Getriebe und Licht. Dank Seitenständersensor kann das Hightech-Rad bei Fahrtantritt sogar zum Einklapppen der Standstütze mahnen.

Koga E-Xite
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Deutlich günstiger als die Flyer-Neuheit ist das neue Stadt-Pedelec E-Xite vom holländischen Hersteller Koga, welches in zwei Varianten angeboten wird. Das ungefederte E-Xite bietet eine Karbongabel sowie eine Zehngang-Kettenschaltung, Scheibenbremsen und Boschs zugstarken CX-Motor.

Ab Frühjahr 2017 mit Diamant- oder Mixte-Rahmen ab 3.400 Euro erhältlich.

Koga E-Xite
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Etwas komfortabler ausgelegt ist das E-Xite N8 mit Federgabel, Achtgang-Nabenschaltung, hydraulischen Felgenbremsen sowie dem Active-Line-Antrieb ebenfalls von Bosch.

Ab Frühjahr 2017 mit Diamant- oder Mixte-Rahmen ab 3.400 Euro erhältlich.

Wer gerne tourt und dabei eine entspannte Köperhaltung bevorzugt, sollte sich das neue E-Trike Scorpion von HP Velotechnik näher anschauen.
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Der Clou: Zum Modelljahr 2017 kann man das optional elektrisch angetriebene Liegerad mit Automatikschaltung und Hinterradfederung ordern. Die E-Bike-Variante ist mit einem 250-Watt-Tretlagermotor von Shimano und der elektrischen Achtgang-Nabenschaltung Nexus Di2 ausgestattet.

Mit allen Extras kommt das Fahrrad auf 31 Kilogramm und kostet über 6.000 Euro.

Konkurrent Accell ist mit einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro im Jahr 2016 deutlich größer und Markführer in den Niederlanden, Deutschland, den USA und Großbritannien. Zu den bekanntesten Marken zählen Ghost und Winora aus Deutschland, Lapierre aus Frankreich sowie Raleigh und Diamondback aus Großbritannien. Die Gruppe baut rund 1,5 Millionen Räder pro Jahr.

Anleger bewerteten das Vorhaben positiv. Accell-Aktien schnellten an der Börse in Amsterdam fast 20 Prozent in die Höhe. Der gebotene Kaufpreis lag 27 Prozent über dem Schlusskurs vom Montag.

  • dpa
  • rtr
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