GDL-Chef im Interview
„Der Deutschen Bahn fehlen 800 Lokführer“

Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL kritisiert die Personalsituation der Deutschen Bahn und die Renditevorstellungen des Unternehmen. Überstunden seien die Regel. Dies soll sich durch Tarifverträge in Zukunft ändern.
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Frankfurt/MainBei der Deutschen Bahn AG fehlen nach Ansicht der Gewerkschaft GDL mindestens 800 Lokführer. GDL-Chef Claus Weselsky will das Unternehmen über Tarifverträge zu einer vernünftigen Personalplanung zwingen.

Wie stellt sich denn die Personalsituation bei den Lokführern dar?
Weselsky: Die Personalsituation bei den Lokomotivführern ist seit Jahren angespannt. Wir haben bereits im Jahre 2011 gegengesteuert, indem wir in Tarifverhandlungen feste Einstellungsquoten miteinander vereinbart haben. Damals waren es 500, 2012 haben sie dann 700 Einstellungen von der DB AG verlangt. Aber wir durften feststellen, das reicht bei weitem nicht aus, um die natürliche Fluktuation auszugleichen und um die vor uns liegenden Abgänge zu kompensieren. Wir haben eine Personalsituation, die stetig ansteigende Überstunden beinhaltet.

Wie ist die Belastung des aktuellen Personals?
Wenn man sich die letzten Jahre anschaut, dann haben wir im Jahre 2011 mehr als 2,4 Millionen Überstunden gehabt, wir haben im Jahre 2012 2,9 Millionen Überstunden und wir gehen im Jahre 2013 weit über die 3 Millionen an Mehrleistungsstunden. Wir können sagen, die Kollegen kommen nicht dazu, die Mehrleistungsstunden abzubauen und sie werden gezwungen, immer wieder neue zu machen.

Wieviele Lokführer fehlen denn?
Wir gehen davon aus, dass wir (...) definitiv 800 Lokführer bei der Deutschen Bahn AG zu wenig haben. Wir verlangen im Rahmen der zukünftigen Tarifverhandlungen vom Arbeitgeber die Tarifierung von echter Personalplanung im Zusammenhang mit der vorhandenen Leistung.

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