GDL contra Bahn AG
Geißler soll im Bahn-Tarifstreit vermitteln

Politisch ist er inzwischen eine Randfigur, nun könnte der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler zurück ins Rampenlicht rücken: Die Bahngewerkschaft GDL wünscht sich Geißler als Vermittler im Tarifkonflikt mit der Bahn. Zudem hat die GDL verraten, wie sie weiter zu streiken gedenkt - wenn die Gerichte sie denn lassen.

HB BERLIN. GDL-Chef Manfred Schell sagte am Donnerstagmittag über Geißler als möglichen Moderator: „Das wäre mir ein sehr sympathischer Mensch für diese Rolle“. Geißler sei jemand, der „logischerweise auch ein Stück Arbeitnehmerbezug“ habe und bereits Erfahrungen als Schlichter. Laut GDL hat sich Geißler bereits bereit erklärt, in dem Tarifkonflikt bei der Bahn die Rolle des Moderators zu übernehmen.

Der 77 Jahre alte CDU-Politiker hat zwischen 1997 und 2002 vier Mal im Baugewerbe als Schlichter eine Lösung im Tarifkonflikt herbeigeführt. Ein Bahnsprecher sagte, man sei in der Frage eines Vermittlers mit dem GDL-Vorsitzenden Schell im Gespräch. Geklärt werden müsse auch, ob ein oder zwei Vermittler zum Einsatz kommen sollten. Mögliche Kandidaten wollte er nicht nennen. Schell hatte mehrfach gesagt, es reiche ein Vermittler, wenn eine unparteiische Persönlichkeit gefunden werde.

GDL-Vizechef Claus Weselsky deutete am Donnerstag Streiks am Wochenende im Güterverkehr an, falls das Arbeitsgericht Nürnberg das Streikverbot für den Güter- und den Personen-Fernverkehr aufhebt. „In diesem Fall schließe ich insbesondere eine Bestreikung des Güterverkehrs nicht aus“, sagte Weselsky am Donnerstag. Auch am Samstag und Sonntag sei das Aufkommen im Güterverkehr sehr hoch, so dass der Arbeitgeber an einem neuralgischen Punkt getroffen würde, sagte der Gewerkschaftsvize. Der Personenverkehr werde hingegen bis Montag definitiv nicht bestreikt.

Einen Streik im S-Bahnverkehr wie am Donnerstagmorgen schloss die GDL für Freitag aus. Zunächst wolle man den Ausgang der Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Nürnberg am Freitagvormittag abwarten. Das Gericht entscheidet dann über einen Widerspruch der GDL gegen das am Mittwoch im Eilverfahren verhängte Streikverbot für den Güter- und Personenfernverkehr.

Den Streik bei den S-Bahnen in Berlin und Hamburg bewertete die GDL als Erfolg. „Es ist absolut positiv gelaufen“, sagte der Sprecher. In Berlin hätten mehrere hundert Lokführer die Arbeit zwischen 8.00 und 10.00 Uhr niedergelegt, in Hamburg seien es mehr als 150 gewesen. Der GDL-Sprecher räumte ein, dass in Hamburg einige Beamte eingesetzt worden und deshalb nach anfänglichem Stillstand wieder S-Bahnen gefahren seien.

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