GDL gegen Deutsche Bahn
Lokführer kündigen neuen Streik an

Bahnreisenden drohen massive Störungen im Zugverkehr. Die Lokführergewerkschaft GDL hat neue Arbeitskämpfe angekündigt. Noch bleibt aber unklar, wann es zum nächsten Ausstand kommt.Weselsky nennt noch einen Ausweg.
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FrankfurtKunden der Deutschen Bahn müssen wieder mit Streiks der Lokführer rechnen. Die Führungsgremien der Gewerkschaft GDL haben am Mittwoch in Frankfurt den mittlerweile siebten Arbeitskampf in der Auseinandersetzung mit der Deutschen Bahn AG beschlossen. Den genauen Zeitpunkt wie auch die geplante Dauer des Streiks ließ die Gewerkschaft offen. Man werde die Betroffenen rechtzeitig vorher informieren, sagte GDL-Chef Claus Weselsky.

Der GDL-Chef wollte keine genaue Ankündigungsfrist nennen und lehnte es auch ab, sich „von den Medien“ auf eine Mindestdauer des erneuten Streiks von 100 Stunden festlegen zu lassen. Das Landesarbeitsgericht Hessen habe diese Größenordnung als rechtmäßig bezeichnet. Das heiße allerdings nicht, dass die Lokführer auch tatsächlich genau so lang streiken müssten. Den Streikzeitpunkt bestimme nach der grundsätzlichen und einstimmigen Zustimmung der Gremien nun allein der geschäftsführende Vorstand der GDL.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber zeigte kein Verständnis für die neuerliche Streikankündigung. „Es gibt keinerlei Veranlassung, der Verhandlungsstand ist eigentlich so, dass wir zu Ergebnissen kommen könnten“, sagte Weber in Frankfurt. „Von daher halte ich diese angekündigten Streiks für unverhältnismäßig.“ Er habe aber wegen des fehlenden konkreten Termins die Hoffnung, den Arbeitskampf in Gesprächen mit der Gewerkschaft noch abwenden zu können. Die GDL solle das Gesprächsangebot der Bahn annehmen und den Verhandlungstisch erst wieder verlassen, wenn es ein Ergebnis gibt: „Ultimaten zu setzen bringt uns nicht weiter.“

Weselsky forderte die Bahn erneut auf, den von der Gewerkschaft in neun Punkten festgehaltenen Verhandlungsstand zu unterzeichnen und nicht weiter auf Zeit zu spielen. „Wenn die Bahn bereit ist, diese Grundlage miteinander zu vereinbaren, dann haben wir das, was wir brauchen.“ Die Bahn hatte noch am Morgen ein Spitzengespräch angeboten und die Unterschrift unter das Neun-Punkte-Papier abgelehnt, weil es statt des Sachstands einseitig Maximalforderungen der GDL enthalte.

Der GDL-Dachverband Deutscher Beamtenbund kritisierte die neuerliche Streikandrohung. Dem „Tagesspiegel“ sagte DBB-Vize Klaus Dauderstädt: „Zwei aktuelle Positionspapiere liegen auf dem Tisch und müssen in Übereinstimmung gebracht werden. Deshalb ist jetzt nicht die Zeit für Eskalation, sondern für intensive Verhandlungen.“ Der DBB entscheidet über mögliche Streikbeihilfen an ihre Mitgliedsorganisation GDL.

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  • Bahn muss extrem gesundschrumpfen! Antwort auf den Beitrag nein von sous in der vergangenen Zeit müssen Bahnkunden zusehen, wie sich die Bahnvorstände - einem Kaninchen gleich das einer Schlange gegenübersteht - ohne wesentlichen Handlungsfreiraum den Nötigungen der Gewerkschaften ausgeliefert ist. Gütertransporte und Personenverkehr sind wesentliche Bestandteile der Wirtschaft und dürfen nicht dermaßen unter Druck stehen! Ein reibungsloser Ablauf beim Bahnverkehr kann nicht mehr gewährleistet werden! Also müssen Konsequenzen gezogen werden: eine Freigabe der Monopolstellung auch im Nahverkehr - zumindest auf Strecken, die für Gütertransporte nicht wesentlich sind - ist unausweichlich! Ein Wettbewerb für den Personenverkehr kann nur zu Verbesserungen führen! Die Erpreßbarkeit durch Arbeitnehmervertreter kann nur damit eingeschränkt werden. Die Busunternehmer und ihre Mitarbeiter/-innen bieten einen Gegenpol. Gerade bei Kurzstrecken sind sie flexibler als die Bahn und können den Kunden preiswerter anbieten. Auch die Subventionen auf Kosten der Steuerzahler reduzieren sich, wenn nicht gerade wieder der Moloch Bundesregierung zugreift. Sollte die Monopolfreigabe für die einzelnen Bundesländer separat erfolgen können, so wäre der damit verbundene Personalabbau sicher das geringste Problem. Ein Sondergutachten zeigt: Die Deutsche Bahn ist im Schienenverkehr praktisch Monopolist. Der Bahn-Konkurrenzverband applaudiert. Der Konzern selbst sieht sich hingegen als „Vorbild bei der Marktöffnung“. Seit der Darstellung ist zumindest der Fernverkehr für Busse freigegeben worden. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/deutsche-bahn-monopolkommission-bemaengelt-fehlenden-wettbewerb/8383810.html

  • Wer sich jetzt sagt, es gehöre schon sehr viel Sturheit auf beiden Seiten dazu, sich wegen sowas immer wieder in die Haare zu bekommen, der klingt vielleicht wie ein genervter Vater. Aber genervte Väter müssen ja nicht unbedingt Unrecht haben.

  • tim t "nur ein paar herren ...."wenn von unseren steuergeldern, die bahn wird subventioniert, abgehalfterte politniks als lobbyisten eingestellt werden und hunderttausende eur an appanage und budget zur verfühgung stehen, der eigentümer unsere regierung sich jährlich einen gewinn von 0,5 milliarden auszahlen lässt, diese werden verfressen die infrastrucktur verfällt, das personal wird auf verschleiss gefahren und sie sprechen von chaoten, das chaos wird an höherer stelle produziert und da ist die geiselhaft der ganzen nation bewusst programiert - der eigentümer nimmt sein weisungsrecht bewusst (nicht) war um die privatisierung doch noch durch zu peitschen, aber die privaten können es auch nicht, interconnex stellte linien ein

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