GDL lehnt Schlichtung ab Wie Weselsky ganz Deutschland gegen sich aufbringt

Selten war ein Streik dermaßen personalisiert wie der neue Ausstand bei der Deutschen Bahn. GDL-Chef Weselsky muss sich Einiges anhören – auch aus den eigenen Reihen. Dabei geht es ganz schön hart zur Sache.
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Claus Weselsky: Der GDL-Chef gilt als harter Verhandlungsgegner. Quelle: dpa

Claus Weselsky: Der GDL-Chef gilt als harter Verhandlungsgegner.

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Er gehört wohl zu den am meisten kritisierten Menschen Deutschlands in diesen Tagen: GDL-Chef Claus Weselsky. Dabei werden Medien, Bahnfahrer und Politiker gegenüber dem Oberlokführer nicht selten auch persönlich. „Das scheint ein Profilneurotiker zu sein“, schimpft der Leiter der Berliner Tourismusgesellschaft Visit Berlin Burkhard Kieker im Interview mit dem RBB. An die Lokführer gewandt sagte er: „Ihr lauft dem falschen Mann hinterher!“ Im Netz hagelt es ebenfalls Kritik. Die GDL-Führung lässt sich von der Kritik trotzdem nicht beeindrucken, auch das Angebot der Deutschen Bahn zu einer Schlichtung lehnte die Gewerkschaft am Mittwochnachmittag ab.

Auch Politiker verurteilen das Vorgehen der Gewerkschaft – allerdings meist ohne den GDL-Chef persönlich anzugreifen. So warnte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, im Gespräch mit der „Bild“, bei derart langen Streiks stelle sich die Frage der Verhältnismäßigkeit: „Sie schaden Wirtschaft und Verbrauchern gleichermaßen.“

Ähnlich kritisch äußerten sich Vertreter der SPD in der „Rheinischen Post“ vom Mittwoch. „Die GDL hat jedes Maß verloren. Das hat mit Tarifpolitik nichts mehr zu tun“, sagte SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Torsten Albig (SPD), nannte den Streik einen „Schlag ins Gesicht von Millionen Menschen, die ohne die Bahn nicht zur Arbeit, Schule oder Hochschule kommen“. Eine „verantwortungsvolle Gewerkschaft“ würde sich anders verhalten.

Auch innerhalb der Gewerkschaft GDL wird Weselsky bereits seit längerem kritisiert. So fordert der Sprecher der Initiative für mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der GDL, Volker Siewke auf der Homepage der Organisation den Rücktritt von Weselsky und unterstellt ihm „Größenwahn“. Die Streikbereitschaft sei bei weitem nicht bei 91 Prozent, sagte er im Gespräch mit dem ARD-Nachtmagazin. „Eher vermute ich, wir haben es hier mit einem Zahlendreher zu tun. Bei realistischer Einschätzung kann man sagen, ungefähr zwanzig Prozent der Mitglieder stehen voll und ganz in dem Streik, die übrigen weniger.“ Laut Angaben der GDL hatten sich in der Urabstimmung 91 Prozent der Befragten für unbefristete Arbeitsniederlegungen ausgesprochen – allerdings bezog sich das nur auf diejenigen, die auch an der Abstimmung teilgenommen hatten.

GDL lehnt Schlichtungsangebot ab

Weselsky selbst wehrte sich gegen Kritik aus den eigenen Reihen. „Und was die interne Kritik betrifft, da sage ich einfach: Ich habe einen einstimmigen Beschluss des Hauptvorstandes und der Tarifkommission. Und die standen nicht unter Drogen“, sagte er am Montagabend in den ARD-„Tagesthemen“.

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23 Kommentare zu "GDL lehnt Schlichtung ab: Wie Weselsky ganz Deutschland gegen sich aufbringt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Herr Lothar Scholz
    Noch billiger geht es wohl nicht mehr mit Ihrer Polemik?!

    Herr Weselsky hat alle Gremien in der GDL einstimmig auf seiner Seite, selbst wenn er persönlich etwas anderes wollte könnte er außer zurück treten gar nichts anderes machen. Sie fallen auf plumpste Diffamierungkampagnen herein, vielleicht wäre es besser sich öffentlich nicht so als Dummkopf zu outen!

  • Ganz Deutschland?? Nö, bei mir nicht. Kann natürlich sein das bei mir demokratisch Werte hoch angesiedelt sind, und ich nicht wegen eines Streiks die alle vergesse.

  • @ Herr Lothar Scholz
    wissen sie eigentlich wieviele aus dem Westen gekommen sind und nicht nur geglaubt haben :...ganz Deutschland ärgern zu können. Was soll dieser ganze Schwachsinn?

    genau was soll der Schwachsinn

  • @Herr Billyjo Zanker
    "Heißt GdL nicht Gewerkschaft der Lokführer, oder täusche ich mich??
    Die Lokführer werden doch vertreten was soll da der Schwachsinn auch andere "Bahner" vertreten zu müssen und der Wirtschaft im Allgemeinen einen so riesigen Schaden zumuten zu wollen"

    Sie haben ja so recht, wer Müller heißt soll gefälligst eine Mühle betreiben und der Zanker soll sich zanken.
    Haben Sie noch mehr von solchen Kindergartenstatements drauf?!

    Noch einmal:
    Es gibt die grundgesetzlich verbriefte Koalitionsfreiheit und jeder kann sich mit jedem zusammen tun um gemeinsam Ziele zu erstreiten. Der Betriebsteil Zug organisiert sich zunehmend in der GDL und möchte für alle Arbeitnehmer in diesem Betriebsteil Verbesserungen durch setzen. Eine ganz normale Vorgehensweise und eine typische und vom Grundgesetz geschützte Gewerkschaftsaufgabe! Kein nachrangiges Gesetz wird das Abändern können, solange Art. 9 Absatz 3 Grundgesetz gilt.
    “Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig. Maßnahmen nach den Artikeln 12a, 35 Abs. 2 und 3, Artikel 87a Abs. 4 und Artikel 91 dürfen sich nicht gegen Arbeitskämpfe richten, die zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen von Vereinigungen im Sinne des Satzes 1 geführt werden.“

  • hallo Frau Popova

    Bitte gern geschehen
    war mir neu das nur noch ostdeutsche Lokführer unterwegs sind ,na ja wahrscheinlich auch alles nur alte =ich sage nur Seilschaften = schon gewußt war bis heut geheim ein gwissen J.G und eine Frau A.M sind geheime Mitglieder aber psst nicht weitersagen

    ach übrigens = wo Ihre 2 Billionen hingeflossen sind :

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-06/ostdeutschland-industrie-ostbeauftragte

  • an die GDL = HART bleiben und durchhalten
    an die sogennanten großen Gewerkschaften : Luschen
    an die Medienvertreter : ein besseres Beispiel für " wessen Brot ich ess =dessen Lied ich sing" kann eure Berichterstattung nicht sein

    AN alle Außendienstler = wird Zeit das wir mal ne Spartengewerkschaft gründen =das stell ich mir lustig vor
    zig tausend im vertrieblichen AD im Streik
    Ziele : weniger km proJahr /höhere Übernachtungspauschalen /natürlich xx% mehr Gehalt (egal ob Grund oder Fest ); Dienstwagensteuer voll abzugfähig und und und
    :-) seit 20 Jahren im AD

  • Da kommt einer vom Osten rüber und meint ganz Deutschland ärgern zu können. Was soll dieser ganze Schwachsinn? Es geht doch nur um die persönliche Macht des Herrn Weselsky. Der Mann sollte sich einmal Gedanken darüber machen, wie man sich in einer Demokratie verhält. Bei Verhandlungen bewegt man sich in der Regel aufeinander zu und findet einen Kompromis im Sinne und zum Wohle der Gesellschaft. Ich persönlich bin der Meinung, dass Herr Weselsky jeglichen Bezug zur Realität verloren hat und sich nur noch im Tunnel seines persönlichen Machtstrebens befindet. Es stellt sich nur noch die Frage: Wer bremst diesen Wahnsinn?
    Herr Weselsky sollte sich auch einmal Gedanken über den Sinn von Gewerkschaften machen. Es geht hier um das Wohl der Arbeitnehmer und nicht um das persönliche Machtstreben.

  • @Herr Jens Müller
    "Dieses Wohltat blieb dem Sozialismus des 20. Jahrhunderts vorbehalten, z.B. mit 6 Mio.in der Sowjetunion der 20er und 30er.
    Wenn Sie von Ignoranz und Kotzen sprechen, dann meinen Sie bestimmt ideologisch domestiziertes Halbwissen."

    Sie haben wirklich absolut Null Wissen!
    Sie können noch nicht mal zwischen Sozialismus, real existierendem bzw. pervertiertem Sozialismus, Kommunismus und Stalinismus differenzieren und schwafeln etwas von Halbwissen. Ich hänge übrigens keinem dieser -ismus an, weil sie alle extremistische Reaktionen auf den verbrecherischen Früh- bzw. Raubtierkapitalismus und der Aristokratie waren. Nach dem Motto, schneidest Du mir beide Arme ab, so schneide ich Dir dafür auch noch zusätzlich beide Beine ab. Die ekelerregende Gier der Feudalherren stand aber immer noch am Anfang dieser falschen Entwicklung und war der Auslöser von allen aus der Notwehr heraus entstandenem -ismus Quatsch.
    Offensichtlich haben gewisse Leute, Sie sind das beste Beispiel, daraus nichts gelernt und müssen erst wieder aufgrund extremer Gegenreaktionen richtig etwas auf die Fresse bekommen. Die schlimmsten und widerwärtigsten Gierlappen lernen es nicht mehr anders, denen muss die Angst die Seele auffressen, bevor sie Humanität wenigstens heucheln können. Warten wir es ab, denen wird garantiert geholfen!!!

  • Erst den Osten für 2 Billionen neu aufgebaut ... u. jetzt der Dank.

  • Heißt GdL nicht Gewerkschaft der Lokführer, oder täusche ich mich??

    Die Lokführer werden doch vertreten was soll da der Schwachsinn auch andere "Bahner" vertreten zu müssen und der Wirtschaft im Allgemeinen einen so riesigen Schaden zumuten zu wollen. Aber letztlich ist es nur das Verlangen weitere Mitglieder zu generieren und sich daran bereichern. (Nicht unbedingt persönlich aber die Gewerkschaft GdL)

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