GDL-Tarifstreit
Lokführer bestreiken Bahn-Konkurrenten

Die Einigung schien schon in Reichweite - doch nun müssen sich Bahn-Fahrer auf neue Streiks einstellen. Ab Donnerstag bestreiken die Lokführer die Gewerkschaft GDL die Konkurrenten der Deutschen Bahn.
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Frankfurt/Berlin

Die Lokführergewerkschaft GDL wird die Konkurrenten der Deutschen Bahn erneut bestreiken. Der Ausstand werde am Donnerstag um 2.00 Uhr morgens beginnen und 48 Stunden später in der Nacht zum Samstag enden, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch in Frankfurt mit.

Am frühen Mittwochmorgen waren Deutsche-Bahn- und GDL-Vertreter nach 18 Stunden Diskussionen im Stück ohne einen Kompromiss auseinandergegangen. Die Verhandlungen über ein neues Tarifpaket sollen nun an diesem Freitag in Frankfurt/Main fortgeführt werden.

DIe GDL will einen Branchentarifvertrag für alle Lokführer durchsetzen. Bei der Deutschen Bahn sind Streiks während der Verhandlungen ausgesetzt, mit der Konkurrenz gibt es noch keine konkreten Gespräche.

GDL-Chef Claus Weselsky hatte bereits Anfang der Woche mehrtägige Streiks bei Veolia, Abellio, Netinera, Benes und der Hessischen Landesbahn angekündigt, einen Termin dafür aber offen gelassen. Mit der dritten Streikwelle bei den Bahn-Mitbewerbern seit Ende März will die Gewerkschaft ein Angebot für ein Rahmentarifvertrag erzwingen, der allen 26.000 Lokführern in Deutschland auf längere Sicht ein gleiches Einkommensniveau und gleiche Arbeitsbedingungen sichern soll.

Bei der Deutschen Bahn hätten sich nach eigenem Bekunden die beiden Tarifparteien in den 13 vorangegangenen Verhandlungsrunden eigentlich schon so sehr angenähert, dass am Dienstag zunächst eine Einigung für die 20.000 Lokführer des staatseigenen Konzerns greifbar schien. Strittig ist aktuell nur noch die neue Ausgestaltung des Haustarifvertrages. Er regelt DB-intern etwa Eckpunkte für das Überstundenkonto, die Altersvorsorge oder die Weiterqualifizierung.

Einig sind sich GDL und DB bereits beim Rahmentarifvertrag, der zentrale Beschäftigungsstandards wie Entgelt, vier wichtige Zulagen und die wöchentliche Arbeitszeit festlegt. Die GDL will, dass das hohe Niveau dieses Rahmentarifs künftig auch für alle DB-Wettbewerber gilt. Dafür muss es aber einen Abschluss mit den Arbeitgebern bei den DB-Konkurrenten geben - doch bei diesen Verhandlungen ist die Lage derzeit weitaus festgefahrener als bei dem Branchenführer selbst.

Neben der DB mit ihren 20.000 Lokführern bieten vor allem die sogenannten Großen Sechs (G6) Arbeitsplätze im Führerstand der Züge.

Die G6 sind: Abellio, Netinera (bisher: Arriva Deutschland), Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn. Diese G6, zu denen wiederum Tochtergesellschaften zählen, hatten ihre Verhandlungsgemeinschaft Anfang März aufgelöst. Nun hat es die GDL mit etlichen Einzelfirmen zu tun. Nur mit Keolis (Eurobahn) glückten erste Gespräche, bei den übrigen fünf großen DB-Wettbewerbern herrscht vor allem Funkstille.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Recht haben sie, die anderen 5 - und wenn die GDL uns Pendler auch noch monatelang als Geisel nimmt - Erpressung führt nie zum Ziel. Vielmehr sollte man alle Streikenden langfristig aussperren!

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