Gebrauchtwarenportal Rebuy
Europa-Expansion ohne „Ebay-Touch“

Wohin mit meinem alten iPhone? Aus dieser Frage hat Rebuy ein Geschäft gemacht. Jetzt startet von Berlin aus die Europa-Expansion. Das Portal kauft alte Elektronik – und macht es dabei anders als Ebay.

DüsseldorfWährend viele Firmen geruhsam ins neue Jahr starten, herrscht bei Rebuy derzeit Hochbetrieb. Das Berliner Unternehmen kauft gebrauchte Technik und Bücher an, um sie gewinnbringend wieder loszuschlagen. Nach Weihnachten wollen viele Beschenkte ihre alten Sachen loswerden – im Logistiklager kommen gerade stapelweise Pakete an. Und so mancher setzt sein Weihnachtsgeld in ein Smartphone oder Tablet um.

Das Management um Lawrence Leuschner hat derzeit aber aus anderen Gründen viel zu tun: Das Unternehmen will expandieren. Seit dem Jahreswechsel bietet es seinen Dienst auch in Frankreich an, weitere Länder sollen folgen. „Wir sind bei gebrauchter Elektronik schon europäischer Marktführer, obwohl wir bisher nur in Deutschland aktiv sind“, sagt Leuschner in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. „Jetzt wollen wir uns in Europa positionieren.“

In diesem Jahr peilt der Firmenchef an, erstmals Waren im Wert von mehr als 100 Millionen Euro zu handeln. Es ist eine Expansion, die nach Einschätzung von Experten allerdings kostspielig werden dürfte.

Mit dem Gebrauchthandel hat Leuschner schon früh angefangen. Der Vater betrieb ein Import-Export-Geschäft für lateinamerikanische Handwerkskunst. Als der junge Lawrence spitz bekam, dass die Retouren auf dem Müll landeten, schaffte er sie zu einem Flohmarkt im Taunus und verkaufte sie dort weiter. Aus dieser Leidenschaft hat er ein Geschäft gemacht: 2004 gründete er mit vier Freunden zunächst das Portal Trade-a-Game, um mit gebrauchten Computerspielen zu handeln. Weil das Angebot immer breiter wurde, benannten die Gründer es 2009 in Rebuy um. Seit 2011 betrachten sie gebrauchte Elektronik als Kerngeschäft.

Die Idee ist immer noch die gleiche wie früher, die Abwicklung hat allerdings nicht mehr viel Trödel zu tun. Das fängt damit an, die richtigen Preise zu finden: „Man muss ein datengetriebenes Wissen aufbauen“, sagt Leuschner. Bietet der Händler zu viel, leidet seine Marge. Bietet er zu wenig, geht der Verkäufer zur Konkurrenz. Die Firma bemüht sich daher, große Datenmengen über viele Produkte zu sammeln.

Auch die Aufarbeitung der Geräte geht über einen Wisch mit dem Reinigungstuch hinaus. Das Unternehmen löscht alle Daten, spielt die aktuelle Software neu auf und legt neue Ladekabel bei. Der Akku wird nicht ausgetauscht, muss aber bestimmte Mindestanforderungen erfüllen. „Die Geräte sollen keinen Ebay-Touch haben“, sagt Leuschner. Als Zwischenhändler übernehme Rebuy Verantwortung für die Qualität – samt einem Kundenservice.

„Wir wollen Leute dafür sensibilisieren, dass man nicht immer alles neu kaufen muss, und noch schlimmer: Nicht alles wegwerfen muss“, sagt Leuschner. Die Firma schreibt sich die Nachhaltigkeit auf die Fahnen. Dafür lässt sie sich jedoch gut bezahlen.

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Europa-Expansion ohne „Ebay-Touch“

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Was Rebuy für ein iPhone zahlt

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