Gebührenverhandlungen
Fraport will Lufthansa keinen Rabatt geben

Neuer Ärger für die Lufthansa: Die Fraport AG hat sich geweigert, der Fluggesellschaft nachträglich Nachlässe auf Abgaben zu gewähren. Die Lufthansa hatte Rabatte gefordert, um ihre drastischen Sparpläne umzusetzen.
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FrankfurtFraport zeigt seinem besten Kunden die kalte Schulter: Der Betreiber des Frankfurter Flughafens will seine Gebühren und Entgelte für die Lufthansa nicht wie von der Airline gefordert senken. Fraport habe die derzeitig fälligen Abgaben für jedes Flugzeug zusammen mit der Lufthansa und den anderen Fluglinien ausgehandelt, sagte ein Fraport-Sprecher: „Es gibt eine Einigung, es gibt Verträge, und wir wollen, dass die eingehalten werden.“ Fraport brauche die Einnahmen, um die Gesamtinvestitionen von sieben Milliarden Euro für den Ausbau des Airports zu stemmen. „Wir gehen mit unserem Geld ins Risiko.“

Für die Lufthansa ist das eine schlechte Nachricht. Die Kranich-Airline hat nach roten Zahlen im Vorjahr einen radikalen Sparkurs eingeschlagen will knapp eine Milliarde Euro mehr Gewinn aus ihrem Passagiergeschäft herausholen. Details wurden bereits bekannt: Neben Streckenstreichungen und einem vorläufigem Stopp der Flottenexpansion sollen auch die Flughäfen ihren Teil zur Sanierung der Lufthansa beitragen.

„Die steigenden Standortkosten saugen unseren eigenen Erfolg auf“, hatte Roland Busch, Finanzchef der Lufthansa-Sparte Passage, auf einer Veranstaltung des Luftfahrt-Presseclubs vergangene Woche gesagt. Er nannte es „unfair“, dass die Airport-Betreiber in Frankfurt und München auf operative Margen von über 20 Prozent kämen, während die Lufthansa nicht mal drei Prozent erreicht hätte.

Für den Frankfurt Airport ist die Flugzeug-Abfertigung eine wichtige Erlösquelle. Start- und Landegebühren, Passagier-, Park- und Sicherheitsentgelte für die Maschinen summierten sich 2011 auf 775 Millionen Euro. Im derzeit laufenden Vertrag mit den Fluggesellschaften ist die Abgabenhöhe bis 2015 festgelegt. Die Lufthansa hat in Frankfurt ihre Heimatbasis - mehr als die Hälfte der Flugzeuge dort tragen das Kranich-Symbol.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Daß der Airport bei Piloten unbeliebt ist, ist mir als Pilot neu.

  • Als Fluglärm-Gepeinigter finde ich es richtig toll, dass Fraport das Geld ausgeht und in seiner Not Kunden vertreibt. Der völlig verknotete Flugplatz inmitten der Megapolis Rhein-Main ist wegen seiner unendlich langen Wege unter Piloten und auch Fluggästen gleichermaßen unbeliebt. Ich erwarte, dass LH sich zumindest teilweise umorientiert. Denn es gibt weitaus funktionalere und billigere Flugplätze. Auch dürfte der Zenit des Luftverkehrs überschritten sein. Nicht nur das Kerosin wird immer teuerer, auch die Menschen haben immer weniger flüssiges Geld zum Verfliegen.

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