Gefüllte Auftragsbücher
Transportbranche atmet kräftig durch

Im Zuge der guten konjunkturellen Entwicklung brummt es auf Straßen, Schienen und Wasserwegen. Das Wachstum bei der beförderten Gütermenge setzt sich fort, die Verkehrsleistung nimmt zu. Die Logistikunternehmen nähern sich der vollen Auslastung – das spiegelt sich auch bei den Preisen wieder.

DÜSSELDORF. Die wirtschaftliche Situation im stärksten Sektor Straßengüterverkehr habe sich auf breiter Front entspannt, die Ertragslage der LKW-Transporteure zum Teil nachhaltig verbessert, lautet das Fazit der neuesten Marktbeobachtung des Bundesamts für Güterverkehr (BAG). Kapazitäten werden zunehmend knapp. Dadurch waren Preissteigerungen um zwei bis fünf Prozent möglich.

Die verbesserte wirtschaftliche Situation zeige sich auch durch rückläufige Insolvenzen und ein positives Investitionsklima. Etwa jeder zweite Betrieb investierte im ersten Halbjahr in seinen Fuhrpark. Viele Unternehmen nutzen zudem die Gunst der Stunde, um sich von unrentablen Geschäften zu trennen. Zugleich versuchten die Mittelständler laut BAG, überbetriebliche Kooperationen voran zu treiben. Große Unternehmen setzten dagegen auf Akquisitionen, um auf das knapper werdende Laderaumangebot zu reagieren. So hat Kühne & Nagel gerade mit dem Mainzer Spediteur G.L. Kayser und der Cordes & Simon-Gruppe aus Hagen sein LKW- und Logistikgeschäft stark erweitert.

Im ersten Halbjahr stieg die auf Straßen, Schienen und Wasserstraßen beförderte Gütermenge laut BAG um acht Prozent auf 1,7 Mrd. Tonnen. Der Löwenanteil entfiel mit 1,4 Mrd. Tonnen (plus 8,7 Prozent) auf den LKW. Die LKW-Transportbranche profitierte vom Bauboom zu Anfang des Jahres. Auf die Bahn entfielen 180 Mill. (plus 6,1) und das Binnenschiff 124 Mill. Tonnen (plus 3,1).

Von der steigenden Nachfrage nach Bahnleistungen profitierten sowohl die Deutsche Bahn als auch die privaten Konkurrenten. Nachdem die privaten Eisenbahnen den ehemaligen Staatsbahnen in den vergangenen Jahren zunehmend Marktanteile abjagen konnten, wird der Wettbewerb schärfer. Ehemalige Monopolisten versuchen laut BAG, verlorenes Terrain durch eine aggressivere Preisgestaltung und wettbewerbsfähigere Angebote zurückzuerobern. Kapitalkräftige Unternehmen versuchten, durch Firmenübernahmen über die deutschen Grenzen hinaus zu wachsen. Generell werde die Entwicklung des Bahnverkehrs durch Engpässe beispielsweise bei Lokomotiven und Spezialwaggons behindert.

Kein Wunder, dass jetzt auch Finanzinvestoren den Bahnmarkt entdeckt haben. So hat der britische Investor Bridgepoint 75 Prozent an dem polnischen Eisenbahn- und Logistikunternehmen CTL Logistics übernommen. Ein Kaufpreis wurde allerdings nicht genannt. CTL, 25 Prozent bleiben bei Alleineigentümer Jaroslaw Pawluk, ist vor allem erfolgreich im grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Polen und Deutschland tätig. Auf dieser Verbindung müssen die Züge nicht mehr an der Grenze halten. Doch auch im polnischen Binnenverkehr traut Bridgepoint CTL offenbar einiges zu: Das Unternehmen habe das Potenzial, der größte private Anbieter im europäischen Schienengüterverkehr zu werden. CTL unterhält 146 Lokomotiven und 4830 Waggons, beschäftigt 2 500 Mitarbeiter und erzielte 2006 rund 250 Mill. Euro Umsatz.

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