Gehaltsplus
Tarifeinigung im Baugewerbe

Die Beschäftigten im Baugewerbe bekommen wie von ihrer Gewerkschaft gefordert ab dem 1. Juni 2007 ein Gehaltsplus von 3,5 Prozent. Darauf einigten sich die Tarifparteien am Samstagmorgen. Aber die Arbeitgeber konnten eine zentrale Änderung durchsetzen.

HB BERLIN. Der Tarifkonflikt im Baugewerbe ist beendet. Nach der am frühen Samstagmorgen erfolgreich abgeschlossenen Schlichtung erhalten die 680 000 Beschäftigten der Branche ab 1. Juni 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Das teilte der als Schlichter eingesetzte frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement nach gut 22-stündigen Verhandlungen in Berlin mit. Zentraler Unterschied zum ursprünglichen Tarifvertrag sei die Laufzeitverlängerung von 12 auf 24 Monate, sagte er.

Nach dem Schlichtungsspruch, dem Arbeitgeber und Gewerkschaften noch bis spätestens 4. Juni zustimmen müssen, gilt die 3,5-prozentige Erhöhung bis zum 31. März 2008. Danach steigen die Löhne und Gehälter im Baugewerbe zum 1. April 2008 noch einmal um 1,5 Prozent sowie zum 1. September 2008 um weitere 1,6 Prozent, jeweils zuzüglich eines Festbetrags von 0,5 Prozent. Der Tarifvertrag soll bis zum 31. März 2009 laufen.

Clement sagte: „Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, am Flächentarifvertrag festzuhalten.“ Für Westdeutschland sei die Anhebung der Mindestlöhne auf 10,70 Euro beziehungsweise 12,85 Euro vereinbart worden. Für Ostdeutschland wird es Sonderverhandlungen darüber geben. Darüber hinaus sollen im Tarifgebiet Ost 300 zusätzliche Ausbildungsplätze bereitgestellt werden. Im Tarifgebiet West könne in besonderen Situationen mit Haustarifverträgen um bis zu acht Prozent vom Tariflohn abgewichen werden.

Der Vizepräsident des Haupterbands der Deutschen Bauindustrie, Thomas Bauer, nannte das Schlichtungsergebnis einen tragfähigen Kompromiss. Die Laufzeit von zwei Jahren bringe den Unternehmen Kalkulationssicherheit. „In der Summe sind wir mit diesem Ergebnis zufrieden.“

Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Klaus Wiesehügel, erklärte, bei dem Schlichtungsergebnis habe jeder über seinen Schatten springen müssen, um etwas Zukunftsweisendes zu schaffen. „Es ist eine Branche, die eine harte Krise hinter sich hat.“ Er sei zufrieden und hoffe, dass das Gesamtergebnis halte, sagte Wiesehügel.

Das ursprüngliche Tarifergebnis von 3,5 Prozent mehr Lohn ab dem 1. Mai 2007 bei einer Laufzeit von zwölf Monaten hatten die beiden zentralen Arbeitgeberverbände abgelehnt, nachdem die Verbände des Baugewerbes Ost, Hessen und Westfalen sowie Schleswig-Holstein und Niedersachsen ihre Zustimmung verweigert hatten. Daraufhin hatte die IG Bau die Schlichtung angerufen. Clement sagte, die Verhandlungen seien nicht einfach gewesen: „Es war außerordentlich ernst zwischendurch.“

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