Geldtransport
Heros-Gelder bleiben verschwunden

Nach der Pleite von Deutschlands größtem Geldtransportunternehmen Heros läuft die Suche nach verschwundenen Kundengeldern auf Hochtouren.

HB HAMBURG. Es gebe erste Hinweise auf den Verbleib von rund 400 Millionen Euro, berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in seiner neuesten Ausgabe. Noch völlig unklar sei hingegen, was mit mehr als 88 Millionen Euro geschehen sei. „Die Ermittler vermuten, dass die Privatentnahmen der Heros-Manager weit höher liegen als von den Hauptbeschuldigten bislang eingeräumt wurde.“ Erste Spuren führten zu Konten in der Schweiz, Spanien und Luxemburg.

Nach einem Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young seien etwa 230 Millionen Euro von Bargeldkonten bei der Bundesbank auf Konten verschiedener Heros-Gesellschaften verschoben worden, schreibt das Magazin weiter. Heros-Buchhalter hätten die Unterschlagungen als Kundenüberweisungen getarnt, für die fiktive Rechnungen geschrieben wurden. Zudem gingen den Wirtschaftsprüfern zufolge Einzahlungen des Handelsriesen Woolworth direkt auf ein Geschäftskonto von Heros, das „nicht in der Finanzbuchhaltung abgebildet war“. So versickerten laut Ernst & Young weitere 41 Millionen Euro.

Offenbar flossen darüber hinaus etliche Millionen in die privaten Kassen einiger Firmenmanager. Sie sollen über ein eigenes Unternehmen „technisches Equipment“ eingekauft und Heros über eine Leasinggesellschaft zum doppelten Preis in Rechnung gestellt haben. Auch soll sich ein Prokurist der Sicherheitsfirma Rechnungen für den Bau seines Hauses von insgesamt einer halben Million Euro über Heros bezahlt haben lassen, heißt es in dem „Spiegel“-Bericht.

Die Heros-Gruppe hatte nach Betrugsvorwürfen im Februar Insolvenz angemeldet. Der frühere Heros-Chef Karl-Heinz Weis und drei Mitarbeiter sitzen in Untersuchungshaft. Ihnen wird vorgeworfen, 350 Millionen Euro unterschlagen zu haben. Inzwischen wurde das Geldtransportunternehmen von der US- Beteiligungsgesellschaft MatlinPatterson übernommen und wird künftig unter dem Namen SecurLog weitergeführt. Im Zuge der Sanierung sollen 1600 der 4100 Stellen gestrichen und mehr als die Hälfte der bisher 66 Niederlassungen geschlossen werden.

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