Geldtransportfirma
Im Fall Heros soll auch Geld gewaschen worden sein

Der Betrugsskandal um die insolvente Geldtransportfirma Heros weitet sich aus. Nun geht es nicht mehr nur um die Veruntreuung von insgesamt 540 Mill. Euro an Kundengeldern, sondern auch um Geldwäsche. Die Spur führt in die Schweiz.

HB HANNOVER. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittle in einem getrennten Verfahren gegen einen Steuerberater, sagte ein Sprecher der Behörde am Montag. Es bestehe der Verdacht, dass von Schweizer Konten der Familie des früheren Heros-Chefs Karl-Heinz Weis eine Summe „im oberen sechsstelligen Bereich“ auf mehrere Treuhandkonten des Steuerberaters geflossen seien. Dieser habe die Konten für die Ehefrau und Töchter des Heros-Chefs geführt. Ursprünglich sei das Geld vermutlich bei Heros-Kunden abgezweigt worden.

Am Donnerstag habe es im Zuge der Ermittlungen gegen den Steuerberater Durchsuchungen gegeben, sagte der Sprecher. „Wir verfolgen auch noch andere Spuren“, fügte er hinzu.

Der „Spiegel“ hatte berichtet, sieben Wochen nach der Heros-Insolvenz im Februar seien im April von zwei Konten der Ehefrau des Heros-Chefs bei der Aargauischen Kantonalbank mehr als eine halbe Million Euro auf das Konto des Steuerberaters geflossen. Am selben Tag seien die beiden Bankverbindungen aufgelöst worden.

Den Heros-Kunden sind nach Angaben des Insolvenzverwalters 540 Mill. Euro Schaden entstanden. Davon konnten 140 Mill. Euro, die auf Heros-Konten bei der Bundesbank sichergestellt wurden, zurückgezahlt werden. Wegen Untreue laufen bereits Ermittlungen gegen elf Beschuldigte. Der einstige Heros-Chef und drei führende Mitarbeiter sitzen in Untersuchungshaft.

Nach bisherigem Ermittlungsstand lieferte Heros das bei Banken abgeholte Geld bei den Kunden erst mit Verzögerung ab. Der Geldüberschuss soll in einem Schneeballsystem für die Aufrechterhaltung des eigenen Betriebes abgezweigt worden sein. Zudem sollen sich die Beschuldigten persönlich bereichert haben.

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