Gelockerte Modekonventionen
Billigmode auf dem Vormarsch

„Nur nackt ist billiger“ – mit ihren Werbesprüchen stehen die Textildiscounter den Sprücheklopfern von Media-Markt/Saturn sowie den Pionieren des Billigkults wie Aldi in Nichts nach. Kik, Takko, Vögele und NKD treffen mit ihren Angeboten die Geiz-ist-geil-Mentalität der Deutschen und expandieren aggressiv.

DÜSSELDORF. Das höchste Tempo legt Kik – die Abkürzung steht für „Kunde ist König“ – an den Tag. Die Tochter der Handelsgruppe Tengelmann zählt inzwischen mehr als 2 000 Filialen in Deutschland und Österreich und damit mehr als Europas bekannte Branchenführer – die mittelpreisigen Modeketten Hennes & Mauritz (H&M) sowie Zara (Inditex).

In den kommenden Jahren will Kik jeweils 300 weitere Standorte eröffnen. „Dabei gehen wir nun auch gezielt in Innenstadtlagen mit größeren Verkaufsflächen bis zu 1 500 Quadratmeter“, erklärt Gründer und Geschäftsführer Stefan Heinig. Für 2006 erwartet das Unternehmen einen Rekordumsatz von 1,1 Mrd. Euro – ein Plus von elf Prozent.

Rasant entwickelt sich auch der 1999 von Finanzinvestoren übernommene Textildiscounter Takko. Europaweit gibt es heute 962 Filialen – beinahe doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren. Konkurrent NKD aus der Nähe von Bayreuth verlässt sich nicht allein auf organisches Wachstum. In den vergangenen zwei Jahren schluckte die Firmengruppe zwei regionale Wettbewerber.

Ein Wachstumstrend von dem der traditionelle Bekleidungshandel weit entfernt ist. Gaben die Deutschen laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2001 noch 72 Mrd. Euro für Bekleidung und Schuhe aus, waren es im vergangenen Jahr nur noch 66 Mrd. Euro. Der Anteil der Ausgaben für Kleidung am gesamten privaten Konsum sank von 6,5 auf 5,1 Prozent.

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