Gemeinsame Zukunft: Alitalia will bald mit Etihad verhandeln

Gemeinsame Zukunft
Alitalia will bald mit Etihad verhandeln

Etihad hat nach Angaben des Alitalia-Chefs die Prüfung der Bücher der italienischen Fluggesellschaft fast abgeschlossen. Danach könnten zeitnah die Verhandlungen über einen Einstieg Etihads beginnen.
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RomAuf der Suche nach einem Geldgeber erwartet die italienische Fluggesellschaft Alitalia baldige Signale des Air-Berlin-Eigners Etihad Airways. Alitalia-Chef Gabriele Del Torchio sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag, das Unternehmen aus Abu Dhabi habe die Prüfung der Alitalia-Bücher fast abgeschlossen.

Binnen Tagen könnten nun die formellen Verhandlungen über einen Strategieplan für die Zukunft von Alitalia beginnen. Insidern zufolge liebäugelt Etihad mit der Übernahme von 40 Prozent. Zur Bedingung machten die Araber aber einen Konzernumbau nach ihren Vorstellungen, bei dem auch Stellen gestrichen und Schulden abgebaut werden sollen, wie mehrere mit den Überlegungen vertraute Personen sagten.

Etihad will auch die verlustträchtige deutsche Fluggesellschaft Air Berlin wieder auf die Erfolgsspur bringen. Dabei werde auch über eine Zusammenlegung mit Alitalia nachgedacht, verlautete unlängst aus Unternehmens- und Branchenkreisen. Nach Einschätzung von Experten ist die Einkaufstour von Etihad in Europa nur sinnvoll, wenn die einzelnen Airlines früher oder später zusammengeführt werden, um einen neuen Rivalen von Lufthansa oder British Airways-Iberia aufzubauen.

Die rasant wachsende Fluggesellschaft aus dem Golf-Emirat hält seit 2011 knapp 30 Prozent der Air-Berlin-Aktien, hat aber de facto das Sagen. Etihad expandiert stark durch strategische Partnerschaften mit Konkurrenten und bekäme durch Alitalia Zugang zu Europas viertgrößtem Reisemarkt. Nach eigenen Angaben macht Etihad eine Investition aber nicht zuletzt davon abhängig, ob es einen erfolgversprechenden Plan zur Rückkehr in die schwarzen Zahlen gibt.

So verlangt Etihad Insidern zufolge den Abbau von mehreren Tausend der insgesamt rund 14.000 Alitalia-Jobs. Außerdem sollten Alitalia-Gläubiger wie die italienischen Banken Intesa Sanpaolo und UniCredit große Teile der Schulden von insgesamt 900 Millionen Euro abschreiben. Eine andere Möglichkeit wäre, Fälligkeiten zu verschieben oder Anleihen in Alitalia-Anteile umzuwandeln.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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