Gemeinschaftsunternehmen gegründet
Deutsche Post zieht es nach Japan

Die Deutsche Post baut ihr internationalen Briefnetzwerk weiter aus. Nun hat sie in Japan Fuß gefasst. Sie gründete ein Gemeinschaftsunternehmen mit der japanischen Yamato Holdings.

HB DÜSSELDORF. Das Joint Venture, an dem die Post über ihre Tochter DHL zu 49 Prozent beteiligt ist, solle ein vollständiges Angebot von Direktmarketing-Dienstleistungen anbieten, teilte der Konzern am Freitag in Bonn mit. Die Deutsche Post sei damit der erste ausländische Anbieter, dem der Einstieg in den weltweit zweitgrößten Briefmarkt nach den USA gelungen sei. Das neue Unternehmen wird mit 100 Mill. Euro ausgestattet.

Das Gemeinschaftsunternehmen soll nationalen und internationalen Kunden im Direktmarketing Lösungen aus einer Hand anbieten – von der Planung einer Kampagne über die Zustellung bis zur Erfolgsauswertung. Die deutsche Post bietet Geschäftskunden bereits in zahlreichen Ländern die Möglichkeit, Direktwerbesendungen an Verbraucher zu versenden.

„Der Markteintritt in Japan ist ein weiterer Meilenstein unserer Strategie, uns in teilliberalisierten und liberalisierten Briefmärkten zu engagieren“, sagte der Bereichsvorstand Brief International der Post, Klaus Knappik. „Unsere Vision ist, zusammen mit dem führenden Brief- und Paketdienstleister zu einem bedeutenden Spieler im japanischen Post-Inlandsmarkt zu werden. Das Direktmarketing ist dabei ein Mittel, um den Fuß in die Tür zu bekommen. Damit kann man Kunden an sich binden“, kündigte er an.

Konzernchef Klaus Zumwinkel baut die internationale Präsenz der Post seit Jahren massiv aus, um die Abhängigkeit des Konzerns vom Briefmonopol in Deutschland zu beenden. Das Monopol soll Ende kommenden Jahres auslaufen.

Der für Konkurrenten der japanischen Post zugängliche Teil des Briefmarktes und der Markt für Mehrwertdienste böten insgesamt ein Volumen von rund 10,6 Mrd. Euro, sagte Bereichsvorstand Knappik. Potenzial sieht er auch beim Austausch von Sendungen zwischen Japan und den USA, wo die Post bereits im Briefmarkt Fuß gefasst hat. Zur kurzfristigen Umsatzplanung für das Gemeinschaftsunternehmen wollte sich Knappik noch nicht äußern.

Der Bonner Konzern arbeitet seinen Worten zufolge bereits seit 2004 „mit sehr gutem Erfolg“ mit Yamato im Bereich der internationalen Briefzustellung zusammen. Yamato erziele einen Jahresumsatz von umgerechnet knapp 8 Mrd. Euro.

Die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens sei aber keine Kampfansage an die japanische Post, mit der die Bonner zusammenarbeiten, betonte Knappik. Die japanische Post hatte sich im vergangenen Jahr auf eine Zusammenarbeit mit dem niederländischen Post-Konkurrenten TNT im Express-Bereich verständigt. Die Deutsche Post ist in diesem Markt über DHL in Japan vertreten.

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