Gemischte Bilanz 2005
Franzosen machen immer öfter Bogen um Carrefour

Der französische Einzelhandels-Riese Carrefour – Nummer zwei auf dem Weltmarkt nach Wal-Mart – hat dank seines guten Auslandsgeschäfts im vergangenen Jahr ordentlich verdient. Sorgenkind ist der Heimatmarkt.

HB PARIS. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, stieg der Nettogewinn um 1,2 Prozent auf 1,81 Mrd. Euro und übertraf damit leicht die Analystenerwartungen von 1,78 Mrd. Euro. Durch neue Investitionen will der Konzern seine Rentabilität steigern und seine Verkaufsfläche um 1,5 Mill. Quadratmeter ausbauen. Carrefour-Chef Jose Luis Duran kündige an, den Verfall der operativen Umsatzrendite auf dem Heimatmarkt stoppen zu wollen: „Wir werden nicht denselben Rückgang wie 2005 erleben.“

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank 2005 um rund 3 Prozent auf 3,18 Mrd. Euro. Analysten hatten 3,19 Mrd. Euro prognostiziert. Rund die Hälfte des Ebit entfiel auf das Auslandsgeschäft, während Carrefour auf dem hart umkämpften Heimatmarkt schwächelt. Das Ebit sank in Frankreich um 16 Prozent auf 1,71 Mrd. Euro.

Carrefour will in diesem und den beiden nächsten Jahren 10 Mrd. Euro in den Ausbau seines Geschäfts investieren. Allein 2006 sollen 100 neue Hypermärkte eröffnen – die Hälfte davon in Asien. „Unser Ziel ist klar: Preisführerschaft hat weiter Priorität. Darüber wird nicht verhandelt“, gab Duran auf einer Telefonkonferenz die Marschrichtung für die nächsten Jahre vor.

Zugleich äußerte er sich überzeugt, dass noch eine harte Wegstrecke vor dem Konzern liege. Das Marktumfeld für den Einzelhandel in vielen großen europäischen Staaten bleibe hart. „Wir sollten nicht mit einer Erholung rechnen“, fügte er hinzu. In Frankreich macht Carrefour insbesondere der Wettbewerber Casino zu schaffen, der ebenfalls im Ausland auf Wachstum setzt.

Die Carrefour-Aktie lag am Nachmittag in Paris mit 41,90 Euro 4,1 Prozent im Plus.

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