Gemischte Bilanz 2005
Rewe legt im Ausland zu

Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler Rewe ist im vergangenen Jahr vor allem aufgrund seiner Auslandsexpansion und des Zukaufs von Märkten gewachsen. Der Gewinn litt jedoch.

HB KÖLN. Den Umsatz bezifferte Rewe am Montag auf der Jahrespressekonferenz in Köln mit 41,7 Mrd. Euro – 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Kennzahl schließt den selbständigen Einzelhandel mit ein. Rewe betreibt einen Teil seiner Filialen direkt und beliefert zum anderen Kaufleute im genossenschaftlichen Verbund mit Waren.

Der Gruppenumsatz in Deutschland stieg trotz der Übernahme von 125 Extra-Märkten von Metro sowie von 29 Globus-Märkten nur geringfügig um 1,5 Prozent auf 29,93 Mrd. Euro. Damit lag das Plus allerdings noch deutlich über dem Branchenschnitt von rund 0,8 Prozent. Im Ausland wuchs Rewe um 4,9 Prozent, in Osteuropa sogar um 15,1 Prozent. Damit verbucht Rewe inzwischen 32 Prozent seiner Erlöse im Ausland. Die Verkaufsfläche ist 2005 insgesamt um 5,2 Prozent angewachsen.

Der Handelskonzern konnte das Umsatzplus allerdings wegen der Übernahme und Integration der Extra- und Globusmärkte nicht ergebnisseitig ummünzen. Das operative Konzernergebnis (Ebita) – also ohne den selbständigen Einzelhandel – wurde für 2005 auf 524,6 Mill. Euro beziffert. Das sind 3,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Rewe-Vorstandssprecher Achim Egner stellte bei der Bilanzvorlage allerdings heraus, dass das Konzern-Ebita 2005 über den eigenen Planungen gelegen habe.

Für das laufende Jahr sagte der Konzern am Montag weiteres Wachstum voraus. Geplant seien 480 Neueröffnungen, das Investitionsvolumen werde auf 1 Mrd. Euro aufgestockt, kündigte Egner an. In Moskau hat Rewe mit einem am Montag bekannt gegebenen Zukauf von 15 Supermärkten die Zahl der Filialen verdoppelt, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz in Russland soll damit 2006 um 50 bis 60 Prozent zulegen.

Im zweiten Standbein, dem Touristikgeschäft, wuchs der konsolidierte Gruppenumsatz im vergangenen Jahr um 0,5 Prozent auf 4,23 Mrd. Euro. Grund für das schwache Wachstum seien die anhaltende Konsumzurückhaltung und Rückschläge durch Tsunami und Terroranschläge gewesen, erläuterte Finanzchef Norbert Fiebig.

Zu den Folgen der Pleite des Geldtransportunternehmens Heros äußerte sich Egner nicht, sondern wiederholte nur die Schadenssumme von 160 Mill. Euro. „Wir gehen davon aus, dass die Ausfälle von Versicherungen abgedeckt sind“, fügte er hinzu. Heros hatte nach bisherigem Stand der Ermittlungen ihm anvertraute Kundengelder unterschlagen. Zwischenzeitlich hatte es geheißen, wegen des Millionverlustes wären Arbeitsplätze bei Rewe in Gefahr.

Gegen einen früheren führenden Rewe-Mitarbeiter wird im Zusammenhang mit dem Fall Heros ermittelt. Die Staatsanwaltschaft hat ihn im Verdacht, gegen Schmiergeldzahlungen Heros' Treiben gedeckt zu haben. „Mir ist nicht bekannt, dass gegen weitere Mitarbeiter ein Anfangsverdacht besteht oder dass die Ermittlungen ausgeweitet wurden“, sagte Egner.

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