Genehmigungen stehen noch aus
Gelsenwasser geht an Ruhrgebiets-Stadtwerke

Der Energiekonzern Eon verkauft seine Tochter Gelsenwasser für 835 Mill. € an die Stadtwerke Bochum und Dortmund. Damit erfüllt Deutschlands größter Versorger eine weitere Auflage, die das Wirtschaftsministerium an seine Erlaubnis der Eon-Fusion mit Ruhrgas geknüpft hatte.

Reuters DÜSSELDORF. Der Energiekonzern Eon verkauft seine Tochter Gelsenwasser für 835 Mill. € an die Stadtwerke Bochum und Dortmund. Damit erfüllt Deutschlands größter Versorger eine weitere Auflage, die das Wirtschaftsministerium an seine Erlaubnis der Eon-Fusion mit Ruhrgas geknüpft hatte. Eon erziele aus der Veräußerung seiner 80,5-prozentigen Beteiligung an ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Dortmund und Bochum einen Gewinn von rund 500 Mill. €, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Düsseldorf mit. Der Verkauf müsse noch vom Eon-Aufsichtsrat, den Kartellbehörden und dem Bundeswirtschaftsministerium genehmigt werden.

Mit der Veräußerung an Bochum und Dortmund sei die Gelsenwasser-Zukunft als eigenständiges Gas- und Wasserunternehmen gesichert, erklärte Eon-Vorstandschef Wulf Bernotat. Gelsenwasser-Chef Hartmut Griepentrog ergänzte: „Ich bin sehr froh, dass diese Periode der Unsicherheit zu Ende geht.“ Mit dem neuen Mehrheitsgesellschafter werde Gelsenwasser seine Wachstums- und Ergebnisstrategie in Deutschland und Europa fortsetzen können.

An der Frankfurter Börse verloren die Eon-Aktien nach Bekanntgabe des Gelsenwasser-Verkaufs 1,18 % auf 45,15 €.

Um den Gelsenkirchener Gas- und Wasserversorger hatten sich neben Bochum und Dortmund, die beide bereits mit kleineren Anteilen an Gelsenwasser beteiligt sind, auch andere Bietergruppen beworben. Dazu zählten der Mannheimer Regionalversorger MVV Energie zusammen mit den Hamburger Wasserwerken, die Entsorgungsgruppe Rethmann und ein Konsortium aus dem französischen Wasserversorger Veolia und den Stadtwerken Düsseldorf.

Ende voriger Woche hatte Eon bereits den Verkauf seiner Beteiligung am Regionalversorger Bayerngas an fünf süddeutsche Stadtwerke bekannt gegeben und damit eine erste Auflage aus der Ministererlaubnis für die Fusion mit Ruhrgas erfüllt. Auf der Verkaufsliste stehen nun noch die Beteiligungen am ostdeutschen Ferngasunternehmen VNG, am Oldenburger Regionalversorger EWE sowie an den Stadtwerken Bremen. Die ursprünglich am 11. August abgelaufene Frist für diese Veräußerungen ist inzwischen um mehrere Monate verlängert worden. Am Mittwoch hatte Ruhrgas in einer ersten von insgesamt sechs Auktionen Gas an Großkunden versteigert und auch damit eine Ministeriums-Auflage erfüllt.

Mit der Übernahme des größten deutschen Wasserversorgers wollten die Stadtwerke Bochum und Dortmund ihre Marktposition in Nordrhein-Westfalen ausbauen. Dortmunds Oberbürgermeister Gerd Langemeyer (SPD) erklärte, mittelfristig sollten alle drei Unternehmen von wirtschaftliche Synergien profitieren. Der Standort Gelsenkirchen bleibe ebenso wie die Arbeitsplätze bei Gelsenwasser erhalten, fügte er hinzu.

Finanziert werde der Kauf mit einem erheblichen Eigenkapitalanteil, hieß es weiter. Es würden auch Rückstellungen für Pensionsleistungen und Wertpapieranlagen genutzt. In Unternehmenskreisen wurde damit gerechnet, dass sich die beiden Stadtwerke über kurz oder lang einen weiteren finanzstarken Partner ins Boot holen werden. Schon vor dem Zuschlag an Dortmund und Bochum war über ein Einstiegsinteresse des Finanzinvestors KKR (Kohlberg Kravis Roberts) spekuliert worden.

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