Generationenwechsel bei Dyson
Vom Design-Staubsauger zur Stromsparlampe

Der britische Staubsauger-Gigant Dyson stellt auf der Funkausstellung eine neuartige LED-Lampe vor. Erfunden hat den innovativen Leuchtkörper der Sohn des Firmengründers. Der Generationswechsel hat begonnen.
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LondonEs gibt Firmenlenker, die sind Visionäre. Andere sind Strategen. Max Conze ist auf jeden Fall ein guter Verkäufer. „Die neue Lampe verfolgt ein revolutionäres Konzept“, erzählt der Vorstandschef des britischen Staubsauger-Giganten Dyson dem Handelsblatt über das jüngste Produkt aus dem seinen Hause. „Csys“ hat der Konzern die filigrane Tischlampe aus gebürstetem Metall genannt, die er diese Woche auf der Funkausstellung (IFA) in Berlin vorstellen will.

Ein schickes Designerprodukt mit Präzisionsmechanik, wie so vieles beim britischen Erfinder des beutellosen Staubsaugers. Die Lampe soll nicht nur durch ihre Form, sondern vor allem durch ihre Langlebigkeit bestechen. Denn die Lebensdauer der Lampe wird laut Conze alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen: Mindestens 37 Jahre wird die Leuchte dank eines neuartigen Kühlsystems halten, verspricht der Firmenchef. Es ist eine Innovation, ganz nach dem Geschmack von Firmengründer James Dyson. Nur das die Erfindung diesmal nicht von ihm, sondern von seinem Sohn Jake stammt.

Für den erst 1993 gegründeten, inzwischen größten Familienkonzern Großbritanniens ist „Csys“ allerdings mehr als eine Neuerfindung, mit der der Konzern nun auch den Fuß in die Sparte Leuchttechnik schiebt. Die LED-Lampe markiert auch eine tiefgreifende Zäsur im Konzern – ist sie auch doch der erste konkrete Fingerzeig für den sich anbahnenden Generationswechsel im Unternehmen. „Ich bin zuversichtlich, dass er auf lange Sicht die Rolle seines Vaters übernehmen kann“, sagt Conze.

Jahrelang hatte „Staubsauger-König“ Dyson versucht, seinen Sohn Jake, der sich selbstständig gemacht hatte, stärker in das Familien-Imperium einzubinden. Im Sommer übernahm er dann vor wenigen Monaten kurzerhand die Lichtfirma seines 42-Jährigen Nachwuchses, der seitdem als kommender Chefingenieur des heute milliardenschweren Dyson-Imperiums im englischen Dörfchen Malmesbury gilt. „Es sieht so aus, als ob James Dyson seinen Sohn Jake als Nachfolger auserkoren hat“, sagt Cristina Baus, Analystin beim Marktbeobachter Euromonitor. Dass sich Jake dabei viel Zeit lassen darf, bis er endgültig in die Firma seines Vaters integriert sein wird, hat auch viel mit Conze zu tun.

Der deutsche Ex-Procter-Manager, der früher Fallschirmjäger war, führt seit 2012 die Geschäfte von Dyson, nachdem sich der Gründer auf die Rolle des Chairmans zurückgezogen hat. „Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass James und die Ingenieure um ihn herum das machen dürfen, was sie am besten können“, betont Conze, der nicht Ingenieur, sondern Betriebswirt ist, mit britischem Understatement.

„Ich mache den Rest: Marketing, Vertrieb, Verwaltung und so weiter.“ Und das offensichtlich nicht so übel: Aus Dyson ist heute ein Konzern mit zuletzt umgerechnet 1,8 Milliarden Euro Umsatz und 6000 Beschäftigten geworden. Dessen Produktpalette umfasst längst nicht mehr allein Staubsauger, sondern auch Ventilatoren, Lüfter und Handreiniger – aber bis heute im Familienbesitz ist.

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