Generationswechsel
Klöckner-Chef wagt keine Prognose - und geht

Führungswechsel beim Stahlhändler Klöckner & Co: Vorstandsvorsitzender Thomas Ludwig scheidet Ende des Jahres freiwillig aus dem Unternehmen aus. Seinem Nachfolger, dem bisherigen Finanzvorstand Gisbert Rühl, hinterlässt Ludwig schwarze Zahlen - und einen Sparkurs.

mur/HB FRANKFURT. Der langjährige Vorstandschef des Stahlhändlers Klöckner & Co, Thomas Ludwig, legt seinen Posten zum Jahresende nieder. Der Aufsichtsrat habe der Bitte des 60-Jährigen um eine vorzeitige Vertragsauflösung entsprochen, teilte die Gesellschaft gestern mit. Nachfolger wird Finanzvorstand Gisbert Rühl, der seit knapp vier Jahren bei der im Mdax notierten Stahlfirma ist. Der 50-Jährige war zuvor bei der Unternehmensberatung Roland Berger.

Der Wechsel an der Spitze des Duisburger Konzerns steht offenbar nicht im Zusammenhang mit der Branchenflaute. In Konzernkreisen hieß es, Ludwig habe ursprünglich den Vorstandsvorsitz schon früher aufgeben wollen, bleibe aber wegen der Krise einige Monate länger im Amt. Seine Lebensplanung habe vorgesehen, dass er mit nach seinem sechzigsten Geburtstag aus der Gesellschaft ausscheide.

Ludwig ist seit 25 Jahren bei Klöckner und hat das Unternehmen in den vergangenen sechs Jahren als Vorstandsvorsitzender maßgeblich geprägt. So brachte er die Gesellschaft im Jahr 2006 an die Börse und baute die weltweite Präsenz durch Akquisitionen aus. "Unter seiner Führung hat sich das Unternehmen außerordentlich erfolgreich entwickelt", sagte Aufsichtsratschef Dieter Vogel.

Die Wahl von Rühl als Nachfolger des Klöckner-Urgesteins sieht Vogel als gute Wahl: "Er bringt alle Fähigkeiten mit, um das Unternehmen durch eine schwierige Marktphase zu führen." Vogel ließ offen, wer Rühl als Finanzvorstand nachfolgen soll.

Den Tiefpunkt der Absatzkrise sieht Ludwig indes noch nicht erreicht. Mit einer leichten Erholung der Nachfrage könne erst im zweiten Halbjahr gerechnet werden. Eine Prognose könne angesichts der unsicheren weltwirtschaftlichen Lage nicht gegeben werden. Doch trotz frühzeitig eingeleiteter Maßnahmen sei 2009 von einem deutlichen Ergebnisrückgang auszugehen.

Ludwig kündigte an, die Schulden weiter herunterzufahren und Stellen zu streichen. Wie bereits angekündigt, zahlt KlöCo für 2008 keine Dividende.

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