Generika-Markt
AOK spart durch Rabatte Milliarden

Unbeirrt von der Kritik der Bundesregierung bleibt die AOK bei ihrer Strategie, die Ausgaben für Arzneimittel durch Rabattverträge mit der Pharmaindustrie zu senken - mit Erfolg: Die Hersteller gewähren der Kasse bis zu 50 Prozent Preisnachlass.
  • 1

BERLIN. Bei der vierten Ausschreibung seit 2007, für die die Bieterfrist jetzt endete, boten 90 Pharmaunternehmen mit. Die Zuschläge für 87 Wirkstoffe mit einem Umsatzvolumen von 1,4 Mrd. Euro sollen in den nächsten Tagen erteilt werden, kündigte der bundesweite Verhandlungsführer im AOK-System, Christopher Hermann im Gespräch mit dem Handelsblatt an.

Wenn die neuen Verträge im nächsten Frühjahr in Kraft treten, wird die AOK rund 150 Wirkstoffe und damit gut 70 Prozent des Umsatzes des deutschen Generikamarktes unter Vertrag haben. Denn die im Juni in Kraft getretenen Rabatte aus der letzten Vertragsrunde laufen noch bis Mitte 2011. Die neuen Verträge enden 2012.

Insgesamt erwartet die AOK von beiden Vertragsstaffeln über die gesamte Laufzeit Einsparungen in Höhe von 1,3 bis 1,4 Mrd. Euro - ein gutes Geschäft vor allem für die 24 Millionen bei der AOK Versicherten. Sie sollen auch dank der Einsparungen durch Preisnachlässe von bis zu 40 Prozent auf den offiziellen Herstellerabgabepreis vorerst von Zusatzbeiträgen verschont bleiben.

Doch auch die Unternehmen, die einen oder mehrere der 435 Verträge erhalten, profitierten, sagt Hermann. "Wir sind seit 2008 dazu übergegangen, nur noch für jeden Wirkstoff mit einem Hersteller einen Exklusivvertrag abzuschließen. Damit schaffen wir für diese Unternehmen Kalkulationssicherheit." Dies helfe gerade Mittelständlern.

Seite 1:

AOK spart durch Rabatte Milliarden

Seite 2:

Kommentare zu " Generika-Markt: AOK spart durch Rabatte Milliarden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wenn ich als AOK-Versicherter aber eine andere Firma will? Z.b. einen deutschen Hersteller meiner Wahl? Wäre es nicht etwas marktwirtschaftlicher, wenn ich als Patient auch etwas mitreden dürfte bei den Medikamenten, die ich, und nicht der AOK-Verhändler schlucken muss? Leben wir in einem kommunistischen Staat mit Staatsmedikamenten? Sind in die gestiegenen Ausgaben für Medikamente auch die Rabatte für die Pharmaindustrie mit berücksichtigt worden?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%