Geplante Edeka-Übernahme
Rewe will gegen Tengelmann-Übernahme klagen

Der Supermarktkonzern Rewe plant, gegen die Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch den Marktführer Edeka gerichtlich vorzugehen. Rewe wolle „alle juristischen Möglichkeiten nutzen“, hieß es aus Konzernkreisen.
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FrankfurtDie Supermarktkette Rewe kämpft gegen die geplante Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch den Marktführer Edeka. „Wir werden alle juristischen Möglichkeiten nutzen, um unsere Interessen zu wahren“, sagte Rewe-Chef Alain Caparros der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstagsausgabe). Der heute schon vorhandene Abstand zwischen den beiden genossenschaftlichen Rivalen Edeka und Rewe wäre beim Zustandekommen der Übernahme nicht mehr aufzuholen, argumentierte er.

Caparros verwies vor allem auf die drei Regionen, in denen Kaiser's Tengelmann sein Filialnetz betreibt, nämlich im Raum Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen. In Berlin etwa wüchse Edeka nach seinen Berechnungen auf einen Marktanteil von rund 35 Prozent und wäre damit mehr als doppelt so groß wie die Genossen aus Köln.
„Das Kartellamt würde angesichts der jüngsten Sektoruntersuchung seine Glaubwürdigkeit verlieren, würde es die Übernahme so genehmigen“, warnte Caparros. Er fürchtet laut Bericht, dass Edeka womöglich auf eine Sondergenehmigung aus ist, eine sogenannte Ministererlaubnis.

Edeka will die 450 Filialen von Kaiser's Tengelmann in Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen zum 30. Juni 2015 kaufen. Der Marktanteil entspricht Angaben von Tengelmann zufolge 0,6 Prozent. Der Verkauf ist nur möglich, wenn das Kartellamt ihn genehmigt.

Die geplante Übernahme stößt vielerorts auf Kritik. So zeigte sich Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) besorgt und sprach von einem „problematischen Trend“. Die Konzentration im Lebensmittelhandel sei bereits „sehr groß“. Die Monopolkommission bemängelte die wachsende Verhandlungsmacht der großen Unternehmen in der Lebensmittelbranche.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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