Gerd Bruse verlässt den Handelskonzern und macht den Weg frei für den Umbau
Der Letzte der alten Garde verlässt Rewe

Der Handelskonzern Rewe hat sich vom letzten langjährigen Vorstand aus der Ära des legendären Vorstandschefs Reischl getrennt.

HB DÜSSELDORF. Finanz- und Touristikchef Gerd Bruse (54) habe das Unternehmen auf eigenen Wunsch vorzeitig verlassen, teilte Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler am Donnerstag mit. Zugleich kündigte der neue Vorstandschef Achim Egner Veränderungen in wichtigen Unternehmensbereichen an, ohne Einzelheiten zu nennen. „Effizienz und Rentabilität müssen in allen Bereichen des Unternehmens verbessert werden“, sagte er.

Der ausgeschiedene Bruse erklärte, er werde dem Neuanfang der Rewe nach dem Generationswechsel nicht im Wege stehen. Sein Vertrag wäre noch bis Mitte 2006 gelaufen. Seine Aufgaben übernimmt kommissarisch der seit April amtierende Egner (47). Vorstand und Aufsichtsrat sprachen Bruse Dank für seine „außerordentliche Leistung“ aus. Am Vortag hatte der Aufsichtsrat des genossenschaftlich organisierten Unternehmens getagt.

Bruse galt als Vertrauter des früheren Vorstandschefs Reischl. Er war seit mehr als 25 Jahren bei Rewe, seit 2001 war er im Vorstand. Ihm unterstand auch das bedeutende Touristikgeschäft der Rewe-Gruppe mit den Marken Dertour, Meier's Weltreisen, ADAC Reisen, ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg.

Der frühere Debitel-Vizechef Egner war erst im April auf den lange vakanten Chefposten berufen worden. Er folgte auf den nur knapp sechs Monate amtierenden Reischl-Nachfolger Dieter Berninghaus, gegen den die Kölner Staatsanwaltschaft wegen Betrugs und Untreue ermittelt. Mit Egners Kommen war bereits der für den Einkauf zuständige Vorstand Hans Schmitz ausgeschieden, zuvor hatten schon andere Vorstände das Unternehmen vorzeitig verlassen. Aus Unternehmenskreisen hieß es, Egner sei entschlossen, die Strukturen der genossenschaftlich organisierten Gruppe zu lichten.

Neben dem jetzt gegangenen Bruse wurde in Medienberichten auch wiederholt Vorstandsmitglied Josef Sanktjohanser als Wackelkandidat genannt. „Herr Sanktjohanser ist und bleibt Vorstand“, bekräftigte dagegen ein Sprecher am Donnerstag. Der Aufsichtsrat habe dem gesamten Vorstand die volle Unterstützung und das Vertrauen ausgesprochen, unterstrich er.

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