Gericht beschließt Sanierungsverfahren
Gnadenfrist für Billig-Kaufhaus Tati

Das Handelsgericht in Paris hat ein Sanierungsverfahren für die schwer angeschlagene Billigkaufhausgruppe Tati beschlossen. Damit haben die Richter am Dienstag ein sofortiges Aus abgewendet.

HB/dpa PARIS. Statt der üblichen sechsmonatigen wurde zunächst eine viermonatige Beobachtungsphase genehmigt. Während dieser Zeit würden mögliche Übernahmeangebote geprüft, hieß es nach Gerichtsangaben. Zuvor hatten die Richter Tati-Chef Fabien Ouaki, zwei Finanzexperten und die Betriebsräte angehört.

„Wir werden darum kämpfen, damit Tati mit allen seinen Angestellten weitermachen kann“, sagte Ouaki nach der Sitzung. Zur Zeit sei er nicht auf der Suche nach einem Käufer. „Wir werden das Unternehmen sanieren“. Die Unternehmensleitung hatte am vergangenen Freitag die Einstellung der Zahlungen angekündigt. Dabei war Ouaki jedoch zuversichtlich, diesen „konjunkturellen Engpass“ zu überwinden. Auf dem Spiel stehen 1200 Arbeitsplätze und 27 Filialen in Frankreich.

Das populäre Kaufhaus mit seiner rosaroten Markenfarbe bietet Oberbekleidung, Unterwäsche und Textilien zu Mindestpreisen. Gewerkschaften warfen dem Management schlechtes Marketing vor, Fehlkalkulationen bei Geschäftsgründungen und mangelnde Erneuerung des Sortiments. Tati konnte sich nicht vom „Wühltisch-Image“ lösen, sagen Kritiker. „Selbst die neuen Armen kaufen nicht mehr bei Tati ein“, sagt Ouaki.

Das Familienunternehmen Tati ist seit seiner Gründung 1948 durch den Tunesier Jules Ouaki zu einem Symbol des preisgünstigen Einkaufs geworden. Auch ein Bombenanschlag 1986 hat den Zulauf zu Tati nicht behindert. Anfang der 90er Jahre wies der Discounter noch 260 Mill. € Umsatz aus, doch ab 1996 wurden die ersten Verluste registriert.

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