Gerichtsentscheid
Eon Hanse darf wehrhaften Kunden das Gas nicht abdrehen

Der norddeutsche Gasversorger Eon Hanse muss es vorerst hinnehmen, wenn Kunden die Preisaufschläge der vergangenen Monate einbehalten und nur den alten Preis zahlen.

HB HAMBURG. Das Amtsgericht Hamburg-Harburg habe bereits vor zehn Tagen eine entsprechende einstweilige Verfügung erlassen, teilte die Verbraucherzentrale Hamburg am Freitag mit. Der Versorger dürfe das Gas nicht sperren, so lange der Kunde den alten Preis (vor Oktober 2004) zahle und die Angemessenheit („Billigkeit“) der Preisforderung nicht nachgewiesen oder rechtskräftig festgestellt sei.

Der Gasversorger hat auf Druck der Öffentlichkeit und des Hamburger Landgerichts, vor dem gerade Verbraucher wegen der hohen Preise klagen, für diesen Freitag die Offenlegung seiner Preiskalkulation offengelegt. Damit will das Unternehmen Verständnis für die stark gestiegenen Preise wecken. Eons Tochterunternehmen wollen in den künftigen Rechnungen an ihre Kunden genau auflisten, wie sich der Gaspreis zusammensetzt.

Preistreiberei und Kundenabzocke - die Liste der Vorwürfe ist lang, mit der sich Eon-Chef Wulf Bernotat derzeit konfrontiert sieht. Doch angesichts dramatischer Gaspreiserhöhungen von bis zu 30 Prozent und fehlender Alternativen für die Privatkunden räumt der Manager des größten deutschen Energiekonzerns ein: „Da hat sich etwas aufgestaut“.

Selbst der Staat hat sich inzwischen eingeschaltet: Das Bundeskartellamt will den Ferngasversorger Eon Ruhrgas zwingen, kürzere und damit für die kommunalen Gasversorger günstigere Verträge abzuschließen. Alte Verträge sollen umgestellt werden.

Neben Eon waren auch die anderen Energieversorger in den vergangenen Monaten wegen steigender Gaspreise in die Kritik geraten. Widerstand formierte sich: Einzelne Kommunen weigerten sich, die Preisaufschläge zu zahlen. In Niedersachsen hat die Landeskartellbehörde eine Überprüfung der Gaspreise eingeleitet. In Hamburg wird die bundesweit erste Sammelklage von Verbrauchern gegen Gaspreiserhöhungen der Eon Hanse verhandelt. Das Urteil wird im Dezember erwartet.

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