Geringere Auslastung
Fluggesellschaften spüren die Krise

Die Lufthansa-Tochter Cargo legt wegen des eingebrochenen Luftfracht-Aufkommens die ersten Flugzeuge still. Zwei Flieger würden in Leipzig stillgelegt, zwei weitere stünden in Frankfurt bereit, würden aber derzeit nicht eingesetzt

HB FRANKFURT/PARIS. Dies sagte ein Lufthansa-Cargo-Sprecher am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Kapazität schrumpfe damit um etwa 20 Prozent.

Die beiden Jets vom Typ McDonnell Douglas MD elf sollen zum Flughafen Leipzig/Halle überführt und dort abgestellt werden, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Zwei weitere Maschinen gleichen Typs blieben in Frankfurt auf Abruf und könnten bei entsprechenden Aufträgen wieder eingesetzt werden. Weitere Stilllegungen seien bei einer nochmaligen Verschlechterung der Auftragslage nicht auszuschließen, sagte ein Unternehmenssprecher.

Den Piloten bietet die Frachtfluggesellschaft derzeit Teilzeit-Modelle an. Entlassungen seien nicht notwendig, Bedarf an Neueinstellungen gebe es jedoch auch nicht, sagte der Sprecher. Bei den Piloten gebe es zudem eine "natürliche Fluktuation". Lufthansa Cargo verfügt über eine Flotte von 19 MD 11-Jets und chartert bei Bedarf zu. Seit 1. März arbeiten 2600 Mitarbeiter der Lufthansa-Tochter kurz.

Auch die Fluggesellschaft Air France-KLM bekommt die nachlassende Nachfrage im Passagier- und Frachtgeschäft zu spüren. Die Zahl der Fluggäste sei um 8,1 Prozent auf 4,85 Mio. zurückgegangen, teilte Air France-KLM am Freitag in Paris mit. Die Auslastung verschlechterte sich um 1,2 Prozentpunkte auf 74,3 Prozent. Den prozentual stärksten Passagierrückgang verzeichnete die Fluglinie in Europa, wo 9,5 Prozent weniger Fluggäste gezählt wurden.

Bei der Luftfracht verzeichnete Air France-KLM nur dank des übernommenen Cargo-Geschäfts von Martinair einen Zuwachs. Ohne Martinair ging das Aufkommen um 18,5 Prozent zurück, nachdem die Airline die Kapazität bereits um 8,0 Prozent reduziert hatte. Die Auslastung verschlechterte sich um 8,1 Prozentpunkte auf 60,7 Prozent.

Noch drastischer fällt die Delle bei der skandinavischen Fluggesellschaft SAS aus. Die Airline hat im Februar bei den verkauften Passagierkilometern einen Rückgang von 20,1 Prozent verzeichnet. Die Auslastung der Maschinen, der sogenannte Sitzladefaktor, fiel um 6,1 Prozentpunkte auf 61,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte die Airline am Freitag mit. Angesichts der schwachen Nachfrage sei die Kapazität im Februar um rund zwölf Prozent reduziert worden. Der Ertrag stieg im Januar um ein Prozent, für Februar erwartet der Konzern ein leicht höheres Ergebnis. In Stockholm fiel die Aktie von SAS im Vormittagshandel um 3,17 Prozent.

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