Germanwings-Absturz
Was wissen wir eigentlich wirklich?

Täglich gibt es weitere Details zum Absturz des Germanwings-Flugs 4U9525. Doch welche Informationen sind tatsächlich gesichert und wo werden Fakten nur zur Grundlage von Spekulationen? Ein schneller Überblick.
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Was bekannt ist
Beim Absturz des Airbus A320 in den französischen Alpen starben am vergangenen Dienstag alle 150 Menschen an Bord, darunter waren 75 Deutsche.

  • Der Sinkflug des Flugzeugs wurde absichtlich vom 27-jährigen Pilot Andreas L. herbeigeführt. Auf einen Terrorakt deutet derzeit nichts hin.
  • Aus den Aufzeichnungen des Stimmenrekorders ergibt sich, dass der zweite Pilot zum Zeitpunkt des Unglücks aus dem Cockpit ausgesperrt war. Andreas L. war allein im Cockpit und bis zuletzt am Leben – auf der Aufnahme ist den Ermittlern zufolge schweres Atmen zu hören.
  • Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat Andreas L. seinem Arbeitgeber gegenüber eine Erkrankung verheimlicht. Bei ihm zu Hause wurden zerrissene Krankschreibungen gefunden – auch für den Tag der Katastrophe. Allerdings ist nicht bekannt, warum Andreas L. krankgeschrieben war.
  • Die Lufthansa machte zudem öffentlich, dass es in der Pilotenausbildung des Mannes eine mehrmonatige Unterbrechung gab. Am Montag gab die Ermittlungsbehörde bekannt, dass L. vor Jahren als suizidgefährdet eingestuft und in Psychotherapie war. In jüngster Zeit sei ihm aber weder Selbst- noch Fremdgefährdung attestiert worden, teilte die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft mit. Es habe jedoch bis zuletzt „weitere Arztbesuche mit Krankschreibungen“ gegeben.
  • Hinweise auf ein organisches Leiden gibt es in den ärztlichen Dokumentationen laut Staatsanwaltschaft bislang nicht. Für Berichte, wonach der Mann auch an Sehstörungen gelitten haben soll, war bislang keine Bestätigung zu erhalten.

Was nicht bekannt ist

  • Der Sinkflug des Flugzeugs wurde vom Co-Piloten zwar absichtlich herbeigeführt. Doch ob es tatsächlich ein Suizid war, ist noch nicht abschließend geklärt. Nach wie vor stellt sich die Frage nach den Motiven des Mannes. Ein Abschiedsbrief oder ein Bekennerschreiben wurden bislang auch bei den Wohnungsdurchsuchungen nicht gefunden. Ärzte hatten ihm in jüngster Zeit weder Selbst- noch Fremdgefährdung attestiert.
  • Der Flugdatenschreiber ist noch nicht gefunden. Die Ermittler erhoffen sich von ihm weiteren Aufschluss darüber, was genau an Bord geschah. Warum konnte der Pilot nicht mehr zurück ins Cockpit – wurde ihm tatsächlich der Notzugang bewusst von innen verwehrt?
  • Nach wie vor ist auch nicht abschließend geklärt, ob es technische Probleme bei dem Airbus A320 gegeben hat. Französische Ermittler untersuchen weiterhin auch die Möglichkeit eines technischen Defekts der Germanwings-Maschine.


dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Germanwings-Absturz: Was wissen wir eigentlich wirklich? "

Alle Kommentare

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  • Merkel, bist du es?

  • Wie kann man sich in so wenigen Kommentaren so oft selbst widersprechen?!
    Sie bezichtigen die Medien permanent der Lüge und Spekulation und spekulieren selbst am laufenden Band mit wilden Verschwörungstheorien. Ne feiste Doppelmoral legen sie da an den Tag.
    "Und noch wissen wir nicht, wer die Blackbox entfernt hat, die eigentlich Funksignale aussendet, und wer diese jetzt manipuliert."
    Wer behauptet, dass die Blackbox entfernt wurde? Niemand!
    Die Blackbox sendet auch keine Signale aus! Wer soll die Blackbox manipuliert haben und wann?
    Und wenn sie tatsächlich jemand gefunden und manipuliert hat, dann wurde sie ja gefunden! Somit ist ihre Frage die Blackbox jemals gefunden obsolet!
    "Auch die Trümmerteile wären beim Bergeinsturz VIEL GRÖSSER gewesen !"
    Wie kommen Sie darauf? Schonmal daran gedacht, dass bei ca. 700 km schlichtweg nicht viel übrig bleibt.
    https://www.youtube.com/watch?v=l7eI4vvlupY
    "Und wo bleiben die Fotos der Mirages, die den Airbus quasi gestreift haben und ins Cockpit einblickten ?" Woher nehmen sie die Erkenntnis, dass die Mirages den Airbus fast gestreift haben? Saßen sie drin? Und warum sollen überhaupt Fotos der Mirages existieren? Wer soll die geschossen haben? Ziemlich unlogisch..
    Na ja, zu Laserstrahlen und Fernsteuerung via USA äußere ich mich erst gar nicht! Da wirds einfach nur noch lächerlich.

  • >> Was wissen wir eigentlich wirklich? >>

    Und noch wissen wir nicht, wer die Blackbox entfernt hat, die eigentlich Funksignale aussendet, und wer diese jetzt manipuliert.

    Ob die Blackbox überhaupt je gefunden wird......????????????????

    Die Kleintrümmer des Flugzeuges lassen ausserdem darauf schliessen, dass die Maschine nicht durch einen Aufprall an den Berg, sondern schon in der Luft explodiert sein muss !

    Das erklärt der sehr GROßE Trümmerradius und das es keinen Einsturzkrater gibt.

    Auch die Trümmerteile wären beim Bergeinsturz VIEL GRÖSSER gewesen !

    War hier eine der 3 gesichteten Mirages-Abfangjäger am Werk ? Und wo bleiben die Fotos der Mirages, die den Airbus quasi gestreift haben und ins Cockpit einblickten ?

    Läuft hier eine totale Volksverarsche ?

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