Germanwings-Bericht
Co-Pilot probte schon beim Hinflug den Absturz

Der Co-Pilot der verunglückten Germanwings-Maschine hat den Absturz offenbar gezielt geprobt: Schon auf dem Hinflug hat Andreas L. den Sinkflug eingeleitet, heißt es in einem Zwischenbericht der französischen Ermittler.
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Le Bourget Der Co-Pilot des abgestürzten Germanwings-Fluges hat den Autopiloten Ermittlern zufolge bereits auf dem Hinflug nach Barcelona mehrfach auf eine zu niedrige Flughöhe eingestellt. Dies sei während eines angeordneten Sinkflugs geschehen, heißt es im Zwischenbericht der französischen Untersuchungsbehörde Bea vom Mittwoch.

Als der Kapitän nicht im Cockpit war, regelte der 27-jährige Co-Pilot Andreas L. die Flughöhe demnach wiederholt für einige Sekunden auf gut 30 Meter, korrigierte sie dann aber wieder.

„Er hat diesen Handgriff wiederholt“, sagte Bea-Direktor Rémi Jouty. Dies sei während eines ohnehin von der Flugsicherung vorgegebenen Sinkflugs geschehen, so dass für Lotsen und Crew keine ungewöhnlichen Flugbewegungen zu beobachten gewesen seien. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung am Mittwoch über die Manipulationen des Co-Piloten schon auf dem Hinflug berichtet. Die Flugschreiber bestätigen aus Sicht der Behörde eine bewusste Handlung des Copiloten beim Absturz auf dem Rückflug.

„Man kann daraus schließen, dass er handlungsfähig war und dass alle seine Handlungen den gleichen Sinn hatten, nämlich das Flugzeug auf den Boden stürzen zu lassen“, sagte der Bea-Direktor in Le Bourget bei Paris.

Die Behörde befasste sich auch eingehend mit den Tauglichkeitszeugnissen von Andreas L. Er bekam demnach im April 2008 ein Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1 ohne Restriktionen. Zwischen April und Juli 2009 wurde die Erneuerung des Zeugnisses wegen „einer depressiven Episode und der entsprechenden Medikation“ verzögert. Ab Juli 2009 wurde das Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1 dann jährlich erneuert, allerdings mit einem besonderen Vermerk versehen.

Die Bea erklärte, sie werde weiter nach „systemischen Fehlern“ suchen, „die zu diesem Unfall und ähnlichen Zwischenfällen geführt haben könnten“. Ihr Hauptaugenmerk liege auf der „derzeitigen Balance zwischen ärztlicher Schweigepflicht und Flugsicherheit“ sowie „Kompromissen“, die bei der Sicherheit nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gemacht worden seien. Sie verwies dabei besonders auf Maßnahmen zur Verriegelung der Cockpit-Tür.

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Co-Pilot probte schon beim Hinflug den Absturz

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Kurz vor Aufprall leicht das Steuer bewegt

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  • Sorry wegen Tippfehlern : das Handy macht sich oft selbstaendig.

  • @ Philp Schneider

    << Was hätte die NATO denn davon Herr Queri? >>

    Die NATO probt zunehmend, mittels "Fernsteuerungen" die Jets der zivilen Flugzeuge u uebernemen.


    Und dabei pasieren "Unfaelle" !

    Das werde eine NATO-Beteiligung erklaeren.

    Eie weitere Erjklaerungwaer schlicht ud enfach ein Versagen der Technik.

    Aber all diese Sachnen werden doch nicht mehr in Betracht gezogen : man hat laengst den Schuligen ausgemacht nd trichtert dieses Maerchen gezielt dem Volk ins Bewusstsein ein !

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Zitat Herr Weidner: "Aha, die Systemmedien mal wieder. Nun, damit kann man ja so zielmlich alles in Frage stellen, was veröffentlicht wird."

    Vielleicht sollte man das auch. Eine eigene Meinung bilden ist sicher nicht verkehrt.

    Wobei mir die Meinung mit dem NATO-Abschuss auch nicht wirklich einleuchtend erscheint.
    Was hätte die NATO denn davon Herr Queri?

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