Gerry Weber
Hallhuber ist Fluch und Segen zugleich

Im abgelaufenen Quartal schrammt Gerry Weber nur knapp an roten Zahlen vorbei. Auf die zugekaufte Kette Hallhuber muss der Modekonzern erst einmal Abschreibungen tätigen. Das Wintergeschäft soll es nun richten.

DüsseldorfNach einem Gewinneinbruch in den ersten neun Monaten muss der Modekonzern Gerry Weber um seine Jahresziele bangen. Der seit Februar amtierende Vorstandschef Ralf Weber hofft, in den Monaten September und Oktober durch den Verkauf der margenstarken Herbst- und Winterware das Ruder noch herumreißen und aufholen zu können, wie der westfälische Hersteller von Damenoberbekleidung am Freitag mitteilte.

Weber rechnet im Gesamtjahr mit einem Rückgang des operativen Gewinns (Ebit) um 20 bis 25 Prozent. Nach neun Monaten lag das Ebit allerdings über 40 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Weber machte den Anlegern zudem wenig Hoffnung auf eine rasche Rückkehr zu alter Wachstumsstärke. Die Konsolidierung der Kernmarken Gerry Weber, Taifun und Samoon werde 18 bis 24 Monate dauern und damit länger als ursprünglich geplant. „In diesem Zeitraum wird das Wachstum des Konzerns auf der Expansion der Tochtergesellschaft Hallhuber basieren.“

Die Anleger reagierten verschnupft. Die Aktie, die am 21. September in den SDax absteigt, gab um mehr als acht Prozent auf 17,61 Euro nach und führte die Verliererliste im MDax an. Seit Jahresbeginn sind die Titel damit um rund 44 Prozent eingeknickt. Um die Jahresziele zu erreichen, braucht Gerry Weber nun einen „sehr guten Geschäftsverlauf“, kommentierte DZ-Bank-Analyst Herbert Sturm.

Im Zeitraum November bis Juli halbierte sich der Nettogewinn auf 22,2 Millionen Euro. Im dritten Quartal schrammte der Konzern mit 0,3 (10,4) Millionen Euro sogar knapp an einem Verlust vorbei. Neben Rabattschlachten nannte Weber als Gründe für die schwache Ergebnisentwicklung Umsatzeinbußen im Großhandelsgeschäft und Abschreibungen auch bei der neu erworbenen Modekette Hallhuber.

Vor allem diese sorgte indes für einen Anstieg des Konzernumsatzes auf 630,5 (Vorjahr: 600) Millionen Euro. Im Gesamtjahr soll er um einen hohen einstelligen Prozentbereich steigen. Das wären im besten Fall knapp 940 Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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