Gerüchte um Absage der Privatisierung
Kurs der Austrian Airlines stürzt ab

Der Kurs der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) ist am Mittwoch angesichts des mangelnden Kaufinteresses europäischer Fluggesellschaften massiv eingebrochen. Laut Medienberichten habe kein Bieter rechtzeitig ein gültiges Übernahmeangebot vorgelegt. Die zuständige Staatsholding ÖIAG dementierte die Gerüchte.

HB DÜSSELDORF. Die Aktie fiel zum Börsenstart in Wien um 32,60 Prozent auf 2,75 Euro. Angesichts der krisenhaften Entwicklung werden an diesem Mittwoch Erklärungen der für den AUA-Verkauf zuständigen staatlichen Industrie-Holding ÖIAG und der Regierung in Wien erwartet.

Nach in Wien veröffentlichten Medienberichten hatte am Dienstag keine der drei noch im Wettbewerb um die AUA-Übernahme stehenden drei Fluggesellschaften ein gültiges Übernahmeangebot vorgelegt. Ein Sprecher der Air France/KLM hatte dies am Nachmittag in Paris bestätigt. Die Lufthansa wollte entsprechende Berichte, wonach sie kein abschließendes Angebot gemacht habe, nicht kommentieren. Auch die sibirische Airline S7 soll auf ein Gebot verzichtet haben.

Wie die mit dem Verkaufsprozess beauftragte österreichische Staatsholding ÖIAG am Mittwochmittag mitteilte, läuft der Privatisierungsprozess unverändert weiter. Die ÖIAG werde am Montag eine Entscheidung treffen. Aufgrund der mit den Bietern vereinbarten Vertraulichkeit könne derzeit „zur vorliegenden Angebotslage“ keine Stellungnahme gemacht werden.

Nach Angaben von österreichischen Luftfahrtexperten kann die AUA ohne eine Übernahme oder eine massive Finanzspritze durch die österreichische Regierung voraussichtlich nur noch bis Mitte 2009 weiterfliegen. Die Gesellschaft rechnet allein für dieses Jahr mit einem Verlust von 125 Mio. Euro. Insgesamt hat die Fluglinie in den vergangenen Jahren einen Schuldenberg von rund 900 Mio. Euro aufgetürmt.

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